Welt 05.06.2026
20:50 Uhr

„Unnötig und zu groß“ – Trump will Stellenabbau bei US-Geheimdiensten


US-Präsident Donald Trump will die amerikanischen Geheimdienste deutlich verkleinern. Nach einem Medienbericht drängt er auf einen umfangreichen Stellenabbau und setzt dabei auf einen Vertrauten ohne Erfahrung im Sicherheitsbereich.

„Unnötig und zu groß“ – Trump will Stellenabbau bei US-Geheimdiensten

US-Präsident Donald Trump drängt nach einem Medienbericht auf einen umfangreichen Stellenabbau bei den amerikanischen Geheimdiensten. Wie das „Wall Street Journal“ (verlinkt auf https://www.wsj.com/politics/national-security/trump-urges-less-shackled-pulte-to-fire-intelligence-community-employees-aa62d70d?mod=hp_lead_pos1) berichtet, wies Trump den designierten kommissarischen Geheimdienstkoordinator Bill Pulte (verlinkt auf https://www.welt.de/wirtschaft/article198747969/US-Milliardaer-Bill-Pulte-verschenkt-Geld-Autos-und-Bitcoin-auf-Twitter.html) an, mit der Entlassung einer großen Zahl von Mitarbeitern zu beginnen. Dem Bericht zufolge hält Trump das Büro des Direktors der Nationalen Nachrichtendienste (ODNI), das die Arbeit von 18 Geheimdiensten und Nachrichtendiensteinheiten koordiniert, für überdimensioniert. Das Amt sei „unnötig und/oder zu groß“, zitierte die Zeitung den Präsidenten. Er wünsche sich eine kleinere Behörde und glaube, dass dort zahlreiche Mitarbeiter beschäftigt seien, die dort „nichts zu suchen haben“. Pulte soll das Amt Ende Juni von der bisherigen Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6a1095e1af9f246e5641188d/spitze-der-us-nachrichtendienste-us-geheimdienstkoordinatorin-tulsi-gabbard-kuendigt-ruecktritt-an.html) übernehmen. Seine Ernennung ist allerdings zunächst auf maximal 210 Tage befristet. Trump hatte bereits angedeutet, den 38-Jährigen nicht dauerhaft für den Posten nominieren zu wollen. Die Personalie sorgt in Washington für Kritik. Pulte verfügt über keine Erfahrung im Geheimdienst- oder Sicherheitsbereich. Selbst Außenminister Marco Rubio erklärte bei einer Anhörung im Kongress, ihm sei der Name trotz seiner langjährigen Tätigkeit im Geheimdienstausschuss des Senats bislang nicht begegnet. Demokraten, aber auch einzelne Republikaner, kritisieren die Entscheidung daher scharf. Zusätzliche Kontroversen löste Pulte zuletzt durch sein Vorgehen als Leiter der Bundesbehörde für Wohnungsfinanzierung aus. Kritiker werfen ihm vor, Ermittlungen wegen mutmaßlichen Hypothekenbetrugs gegen politische Gegner Trumps vorangetrieben zu haben.