Welt 20.07.2026
11:24 Uhr

Termin steht fest – Unionsfraktion entscheidet in wenigen Tagen über Spahn-Nachfolge


Nach dem Rücktritt von Jens Spahn will die CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ende Juli über ihre künftige Führung entscheiden. Die Wahl soll in einer eigens einberufenen Sondersitzung stattfinden.

Termin steht fest – Unionsfraktion entscheidet in wenigen Tagen über Spahn-Nachfolge

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird am 29. Juli zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die Nachfolge von Jens Spahn an der Fraktionsspitze zu entscheiden. Das kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz in Abstimmung mit CSU-Chef Markus Söder in einer Sitzung des CDU-Präsidiums an. An einem gemeinsamen Personalvorschlag werde derzeit noch gearbeitet, hieß es. Die Sondersitzung soll am 29. Juli um 14 Uhr stattfinden. Die Abgeordneten der Fraktion werden dafür aus der parlamentarischen Sommerpause geholt. Interims-Fraktionschef Alexander Hoffmann (CSU) und der Parlamentarische Geschäftsführer Steffen Bilger (CDU) schrieben in einer SMS an die Mitglieder der Unionsfraktion, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt: „Unsere Parteivorsitzenden von CDU und CSU sind derzeit damit befasst, einen Personalvorschlag für den Fraktionsvorsitz zu erarbeiten. In diesem Prozess wird die Einbindung der Fraktion sichergestellt.“ Abgeordnete werden aus der Sommerpause geholt In der Nachricht informieren die beiden die Abgeordneten über den Termin der Sondersitzung, die in Präsenz im Reichstagsgebäude stattfinden wird. „Für Eure ⁠Planung ​möchten ‌wir Euch mitteilen, dass am Mittwoch, 29. Juli, um 14 Uhr, eine Fraktionssitzung zur Wahl des/der neuen Vorsitzenden in Präsenz stattfinden wird. Wir bitten daher, Eure Anreise nach Berlin zu organisieren.“ Das CDU-Präsidium war am Vormittag in Berlin zusammengekommen, um das weitere Vorgehen nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Spahn zu besprechen. Darüber will später am Tag auch der Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unter Vorsitz von Hoffmann in einer Schalte beraten. Merz hatte deutlich gemacht, dass er die Spahn-Nachfolge zügig regeln will. Er hatte dazu am Wochenende schon Gespräche mit CSU-Chef Söder geführt. Die beiden haben das Vorschlagsrecht für den Posten. Die Personalspekulationen laufen bereits auf Hochtouren. Als Kandidat Nummer eins für den Fraktionsvorsitz gilt der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU). Sollte er es werden, wäre automatisch eine Kabinettsumbildung nötig. Es sind aber auch andere Namen im Gespräch. Zum Beispiel Innenminister Alexander Dobrindt. Der CDU-Landeschef Mecklenburg-Vorpommerns, Daniel Peters, sagte im Gespräch mit „Politico“: „Ich habe überhaupt als Norddeutscher nichts gegen die Bayern. Im Gegenteil, wenn ich Alexander Dobrindt als Innenminister sehe, dann muss ich sagen, macht er einen exzellenten Job“, sagte der CDU-Politiker. Dobrindt habe mit seinen Entscheidungen dazu beigetragen, „dass der Zuzug von illegalen Migrantinnen und Migranten … deutlich eingedämmt wurde“. Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wird übereinstimmenden Medienberichten zufolge im politischen Berlin gehandelt, wenngleich dessen Beziehung zu Merz laut „Politico“ zuletzt als nicht mehr allzu vertraut betrachtet wurde. Merz deutet Möglichkeit einer Regierungsumbildung an Merz hatte im ZDF-Sommerinterview eine Regierungsumbildung bereits angedeutet: „Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken.“ Er verwies zugleich aber wiederholt darauf, dass er hier im Konjunktiv spreche. Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte ihren Sohn Georg zur Welt. Damit umgingen die beiden ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn in der CDU mitgetragen hat. In der Union, für die die Leihmutterschaft ein emotional sehr aufgeladenes Thema ist, brach ein Sturm der Empörung los. Am Samstag beugte sich Spahn dem Druck, der auch von Merz kam. Er informierte die Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion über seinen Rücktritt.