Daniel Günther (CDU) hat sich in der Debatte um die umstrittene Strandkorb-Inszenierung von Parteikollege Philipp Amthor bemerkenswert klar positioniert. Nach Ansicht des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten richtete sich die Kritik weniger gegen das Möbelstück selbst als gegen die politische Selbstdarstellung dahinter. Der CDU-Politiker Philipp Amthor erntete in den vergangenen Tagen heftigen Spott und Kritik, nachdem in einer ZDF-Dokumentation zu sehen gewesen war, wie er einen rund 1600 Euro teuren Strandkorb auf den Balkon seines Büros im Bundeskanzleramt liefern ließ. Viele Nutzer in den sozialen Medien warfen dem neuen Staatsminister Abgehobenheit vor. Amthor reagierte prompt auf den Gegenwind: Er stellte klar, dass er das Möbelstück als Symbol für seine Heimat Mecklenburg-Vorpommern komplett privat bezahlt habe, ließ den Strandkorb jedoch aufgrund der anhaltenden Kritik wieder abtransportieren. In der Landespressekonferenz nach der gemeinsamen Kabinettssitzung von Hamburg und Schleswig-Holstein wurde Günther auf die Aufregung um den Strandkorb angesprochen. „Erstmal finde ich, Strandkörbe sind etwas Schönes“, sagte der CDU‑Politiker. In der Landesvertretung Schleswig-Holsteins in Berlin stehe ebenfalls ein Strandkorb. „Der bleibt da auch stehen. Wir sitzen dort manchmal für Fotos, weil er ein guter Werbeträger ist“, sagte Günther. Anschließend fügte er hinzu: „Wenn ich das richtig gesehen habe, richtete sich die Kritik nicht gegen den Strandkorb, sondern gegen die Frage, welches Bild von Politik diese Dokumentation vermittelt.“ Für ihn gehe es grundsätzlich darum, worauf Politik ihre Energie verwende. Er wünsche sich, „dass wir uns in der Politik stärker darauf konzentrieren, die Dinge in unserem Land voranzubringen“. Man habe genug Aufgaben und solle „weniger Zeit in Dokumentation und mehr Zeit in die Lösung von Problemen investieren“. Zum Schluss wurde das Thema noch einmal mit einem Augenzwinkern aufgegriffen. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bot an, den nächsten „Problembesprecher“ mit Günther gern in einem Strandkorb abzuhalten. Sollte auf dem Balkon der Kieler Staatskanzlei einmal ein solches Möbelstück stehen, komme er gern vorbei. Dann könne man sich dort „mit einem wunderbaren Blick“ über Lösungen für drängende Aufgaben unterhalten.