Nach der nächtlichen Schussattacke in einem Kulturverein im Hamburger Stadtteil Lurup haben Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen deutlich ausgeweitet. Für Hinweise auf bislang unbekannte Täter wurde nun sogar eine Belohnung ausgesetzt. Der Fall, bei dem Ende Januar zwei junge Männer angeschossen wurden, beschäftigt inzwischen die Mordkommission. Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 25. Januar dieses Jahres gegen 3.35 Uhr im Rugenbarg nahe der Hochhaussiedlung Osdorfer Born. Nach bisherigen Erkenntnissen stürmten mehrere Angreifer die Räume eines Kulturvereins und eröffneten unvermittelt das Feuer auf die anwesenden Gäste. Zwei Männer im Alter von 19 und 22 Jahren wurden dabei durch Schüsse an den Beinen verletzt. Lebensgefahr bestand für die Opfer laut Polizei zu keinem Zeitpunkt. Unmittelbar nach den Schüssen flüchteten die mutmaßlichen Täter in einem grünen Audi A3 in Richtung Luruper Hauptstraße. Die Polizei leitete eine großangelegte Fahndung mit zahlreichen Funkstreifenwagen ein, die zunächst zur Festnahme eines 26-jährigen Tatverdächtigen führte. Dieser wurde jedoch zunächst mangels Haftgründen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen liefen anschließend auf Hochtouren weiter. Inzwischen hat sich der Verdacht gegen den Mann offenbar erhärtet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde ein Haftbefehl erwirkt, der Anfang Mai vollstreckt wurde. Beamte der Mordkommission nahmen den 26-jährigen Deutschen in einer Wohnung im Stadtteil Altona fest. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Dennoch gehen die Ermittler davon aus, dass der Festgenommene die Tat nicht allein begangen hat. Nach wie vor sucht die Polizei nach mehreren weiteren Beteiligten. Nach früheren Angaben sollen insgesamt vier Täter an dem Angriff beteiligt gewesen sein, von denen ein Teil maskiert war. Einige der Männer sollen zudem Schutzwesten getragen haben, was die gezielte und vorbereitete Vorgehensweise der Täter unterstreicht. Um neue Hinweise zu erhalten, hat die Staatsanwaltschaft Hamburg nun eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Diese soll für Informationen gezahlt werden, die zur Aufklärung der Tat oder zur Identifizierung und Ergreifung der bislang unbekannten Täter führen. Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar Nach Angaben der Ermittlungsbehörden richtet sich die Maßnahme vor allem auf die noch flüchtigen Beteiligten. Trotz intensiver Ermittlungen konnte deren Identität bislang nicht geklärt werden. Die Hoffnung ist, dass mögliche Zeuginnen und Zeugen durch die Auslobung motiviert werden, bislang zurückgehaltene Beobachtungen mitzuteilen. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Die Ermittlungen erfolgen wegen des Verdachts eines gemeinschaftlichen versuchten Tötungsdelikts und werden in enger Abstimmung zwischen Mordkommission und Staatsanwaltschaft geführt. Für die Polizei bleibt der Fall auch Monate nach der Tat ein Schwerpunktverfahren. Entscheidend dürfte nun sein, ob neue Hinweise aus der Bevölkerung eingehen – und ob sich die Spuren zu den noch unbekannten Tätern weiter verdichten lassen.