Welt 05.06.2026
15:51 Uhr

SPD will Energy-Drinks für Jugendliche verbieten


„Bußgeldbewehrter Abgabe- und Verkaufsstopp“: Die SPD im Bundestag sagt dem Energy-Drink-Konsum von Jugendlichen den Kampf an. Auch gegen Alkohol- und Tabakkonsum will die Fraktion schärfer vorgehen.

SPD will Energy-Drinks für Jugendliche verbieten

Die SPD-Fraktion will den Verkauf von Energy-Drinks an Jugendliche unter 16 Jahren verbieten. Das geht aus einem geeinten Positionspapier hervor, das „Politico“ vorliegt. Die Fraktion fordert auch strengere Regeln für den Alkoholkonsum und die Abschaffung des begleiteten Trinkens (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article69c8d169b33459bf5277336c/gesetzesentwurf-suchtabhaengigkeit-ernst-nehmen-prien-will-begleitetes-trinken-ab-14-jahren-abschaffen.html) . Die Bedeutung der Prävention wurde zuletzt vermehrt diskutiert. Nicht nur die Gesundheitsvorteile, sondern auch die langfristig entlastende Wirkung auf die Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/plus69a6e26b0d924a7f0f934577/finanznot-der-krankenkassen-jetzt-wackelt-das-ehe-privileg.html) spielen dabei eine Rolle. Ein Beispiel ist die geplante Abgabe auf zuckerhaltige Softdrinks. Die SPD geht jetzt einen Schritt weiter. Die Fraktion will „einen verbindlichen, bußgeldbewehrten Abgabe- und Verkaufsstopp für Energy-Drinks und vergleichbare Produkte an unter 16-Jährige sowie Einschränkungen jugendorientierter Werbung, insbesondere in sozialen Medien“, heißt es im Entwurf. „Energy-Drinks enthalten sehr hohe Koffeinmengen, häufig kombiniert mit Zucker (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/pop/article69f2042df67bc0851593ec05/zuckersteuer-die-suesse-liebe-und-die-dunkle-seite-des-zuckers.html) und weiteren Stimulanzien, und stehen im Zusammenhang mit gesundheitlichen Belastungen bei jungen Menschen“, schreiben die Sozialdemokraten weiter. Die Forderung basiere auf den Empfehlungen der Verbraucherschutzministerkonferenz und des Bürgerrates Ernährung im Wandel. Auch Maßnahmen bei Tabak und Alkohol geplant Im Positionspapier listen die Sozialdemokraten insgesamt sieben Präventionsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche auf. Darunter auch die Forderung nach einem entschlossenen Vorgehen gegen „neue Nikotinprodukte mit jugendaffinem Design“ und härteren Regeln beim Konsum von Alkohol. „Alkohol soll ausnahmslos frühestens erst ab 16 Jahren erlaubt sein“, steht im Papier. Sie begrüßen die geplante Abschaffung des sogenannten begleiteten Trinkens und wollen den Verkauf gegebenenfalls noch stärker einschränken. „Einer Abgabe auch von Sekt, Wein und Bier nur an Volljährige stehen wir offen gegenüber.“ Die Gefahr, die von Alkohol ausgeht, werde immer noch „zu sehr unterschätzt“. Das Papier entstand zwischen der Arbeitsgruppe Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, der Arbeitsgruppe Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Arbeitsgruppe Gesundheit. Der Entwurf ist auf den 3. Juni datiert. Andrea Thomas ist Editor Gesundheit bei „Politico“.