Welt 06.10.2026
11:52 Uhr

Physik-Nobelpreis geht an belgisch-amerikanischen „Geisterteilchen“-Forscher


Der in Belgien geborene Forscher Francis Halzen erhält den Physik-Nobelpreis. Er wird für maßgebliche Beiträge zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs geehrt.

Physik-Nobelpreis geht an belgisch-amerikanischen „Geisterteilchen“-Forscher

Der Nobelpreis für Physik (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/nobelpreis/) geht in diesem Jahr an den belgisch-amerikanischen Teilchenforscher Francis Halzen für entscheidende Beiträge zum Neutrino-Observatorium „IceCube“ und zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Halzen habe erkannt, dass sich das Eis am Südpol zur Verfolgung von Teilchen nutzen lässt, die als Neutrinos bekannt sind. Seine Vision und seine wissenschaftliche Führungsrolle seien von grundlegender Bedeutung für „IceCube“ gewesen – ein Kubikkilometer Eis, der mit Sensoren ausgestattet ist. Mit dem Observatorium können Forscher Neutrinos aus extrem energiereichen Prozessen im fernen Universum erfassen. Neutrinos – auch „Geisterteilchen“ genannt – zählen zu den geheimnisvollsten Elementarteilchen. Sie besitzen keine elektrische Ladung und fast keine Masse und reagieren nur sehr schwach mit normaler Materie. Daher ist der Nachweis äußerst schwierig. Ein Neutrino sei ein geisterhafter Bote aus dem Weltraum, sagte der Vorsitzende des Physik-Nobelkomitees, Mark Pearce. Im Mittel treffen in jeder Sekunde zehn Milliarden Neutrinos auf jeden Quadratzentimeter der Erdoberfläche. Wenigstens einige davon nachweisen sollen große Detektoranlagen wie „IceCube“ im antarktischen Eis. Die renommierteste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, umgerechnet rund einer Million Euro. Die Nobelstiftung hatte das Preisgeld kürzlich auf zwölf Millionen Kronen angehoben. „In diesem Jahr feiern wir das 125-jährige Bestehen des Nobelpreises. Aus diesem Anlass freuen wir uns, das Preisgeld um eine Million erhöhen zu können“, sagte die Geschäftsführerin der Nobelstiftung, Hanna Stjärne im September. „Mit der Erhöhung stärken wir die langfristige Bedeutung des Nobelpreises und stellen sicher, dass der finanzielle Teil des Preises seinen Wert dauerhaft behält.“ Der Betrag wurde seit der ersten Verleihung im Jahr 1901 schon mehrfach angepasst. Im vergangenen Jahr war der Nobelpreis für Physik an die Quantenforscher John Clarke (Großbritannien), Michel Devoret (Frankreich) und John Martinis (USA) gegangen. Sie hatten eine Grundlage für die Entwicklung der nächsten Generation der Quantentechnologie geschaffen, darunter Quantenkryptografie, Quantencomputer und Quantensensoren.