Sensationelle Neuigkeiten aus der Welt des Kinos: Der britische Filmregisseur Christopher Nolan hat in einem Interview überraschend eingeräumt, dass sein bislang erfolgreichstes Werk an der Kinokasse hauptsächlich von einer deutschen Institution geprägt wurde. Nachdem ihn immer mehr Zuschriften von Kinogängern zwischen Kiel und Garmisch erreicht hatten, in denen sie von den exakt gleichen Erfahrungen wie der „Odyssee“-Titelheld berichteten, sah der 55-Jährige die Zeit reif für ein Geständnis: „Ja, es stimmt, eigentlich handelt der ganze Film von einer Fahrt mit der Deutschen Bahn.“ Ein Mann, der Jahre dafür benötige, um von seiner Arbeit nach Hause zu kommen, und dabei unentwegt Opfer von bizarren Schicksalsschlägen (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6a5782a3664e99bc41e93e01/ice-legt-ploetzlich-zwischenstopp-ein-zugchef-geht-klopapier-im-supermarkt-kaufen.html) und erzürnten Gottheiten werde – er sehe inzwischen ein, dass es schon viel Fantasie brauche, da nicht an die Deutsche Bahn zu denken, so Nolan kleinlaut. Deutsche Bahn jetzt mit Oscar-Chancen? Eigentlich verdanke er alle guten Einfälle in dem 173-minütigen Werk dem deutschen Verkehrsunternehmen – sogar die Laufzeit entspreche exakt der mittleren Verspätungsdauer eines ICE an einem ganz normalen Tag. Nett gemeinte Einwände von Literaturhistorikern, wonach die Geschichte doch eigentlich ihren Ursprung in der griechischen Mythologie und bei Homer habe, wies der britische Regisseur ins Reich der Märchen. Er schaue die Simpsons nicht und so etwas wie die Zyklopen seien definitiv keine Fantasiegestalten, sondern selbstverständlich grölende Fußballfans an einem Wochenende in der Regionalbahn. Die gefährliche Meerenge zwischen Skylla und Charybdis wiederum entspreche dem Versuch, in Köln Hauptbahnhof von Gleis 4 innerhalb von anderthalb Minuten zu Gleis 11 D-F zu gelangen – mit drei Koffern und einem unwilligen Kind. Selbst Penelope, die ewig lang auf ihren Mann wartet, sei laut Nolan keine literarische Figur, sondern „die durchschnittliche Ehepartnerin eines Bahnpendlers mit zwei Umstiegen“. Regisseur Nolan musste Skript kurzfristig ändern Auf die Frage, weshalb der Film trotz aller Strapazen ohne ständigen Alkoholkonsum der Hauptfigur auskomme, verriet Nolan, dass dies ursprünglich anders geplant gewesen sei. „In der ersten Fassung spielten mehrere Beruhigungs-Schnäpse und ein Kasten Trost-Bier auf dem Bahngleis eine tragende Rolle. Aber dann hörte ich, dass an deutschen Hauptbahnhöfen bald Alkoholverbote kommen sollen (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a5e9bdd3d7c8c257075f4a5/alkoholverbot-an-bahnhoefen-dobrindt-will-mit-bahnchefin-darueber-sprechen-woher-diese-idee-kommt.html) . Da wollte ich den Film nicht unnötig unrealistisch wirken lassen.“ Weshalb so viele Deutsche den Film schon im Kino gesehen haben, erstaunt den Briten nicht: „Sie lieben offenbar den alltäglichen Horror.“ Folgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook (verlinkt auf https://www.facebook.com/glasauge.satire) oder Instagram (verlinkt auf https://www.instagram.com/glasauge_satire/) – und verpassen Sie künftig keine Scherzartikel und Zusatzsatiren!