Welt 15.03.2026
01:38 Uhr

„Neues Kapitel ohne die früheren Gefahren“ – Söder wirbt für Mini-AKW in Bayern


Mit einem Kleinreaktor in Bayern will Ministerpräsident Markus Söder ein Zeichen setzen. Er spricht von „Kernenergie 2.0“. Als Brennstoff will der CSU-Chef Atommüll nutzen.

„Neues Kapitel ohne die früheren Gefahren“ – Söder wirbt für Mini-AKW in Bayern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bringt sein Bundesland für ein Pilotprojekt mit einem sogenannten Mini-Atomkraftwerk ins Spiel. „Bayern ist bereit für ein Pilotprojekt“, sagte der CSU-Chef der „Bild am Sonntag“. Söder bekräftigte seine seit einiger Zeit vertretene Ansicht, dass Deutschland zur Kernenergie zurückkehren müsse. „Kernenergie 2.0 bedeutet kein Zurück zu alter Technik, sondern ein neues Kapitel ohne die früheren Gefahren. Dazu zählen neuartige modulare Kleinreaktoren und die Kernfusion.“ Als Brennstoff möchte Söder Atommüll nutzen. Deutschland hatte seinen Atomausstieg im Jahr 2000 eingeleitet und nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 beschleunigt. 2023 ging der letzte Reaktor vom Netz. In der Bundesregierung aus Union und SPD ist das Thema Atomkraft umstritten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte kürzlich, die Abkehr von der Atomkraft sei ein strategischer Fehler gewesen (verlinkt auf https://www.welt.de/debatte/plus69b11eb564d1f5a2cd519906/atomausstieg-friedrich-merz-erklaert-die-ohnmacht-zur-staatsraeson.html) . Zugleich vertrat er die Auffassung, dieser Beschluss sei irreversibel.