Welt 03.07.2026
07:53 Uhr

Mann zündet sich vor UN-Hauptquartier selbst an


Vor dem UN‑Hauptquartier in New York hat sich ein 52‑Jähriger selbst angezündet. Währenddessen hielt er eine tibetische Flagge in den Händen. Er erlitt tödliche Verbrennungen.

Mann zündet sich vor UN-Hauptquartier selbst an

Ein Mann hat sich vor dem UN-Hauptquartier in New York in Brand gesetzt und ist ums Leben gekommen. Die Polizei wurde nach eigenen Angaben am Donnerstagabend (Ortszeit) darüber informiert, dass sich ein Mann vor dem Gebäude angezündet hatte. In einem Krankenhaus sei sein Tod festgestellt worden. Ein Motiv wurde zunächst nicht genannt. Einem Aktivisten und US-Medienberichten zufolge handelte es sich um einen Tibet-Aktivisten. Die Ermittler bestätigten dies nicht. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, er sei „bestürzt über den tragischen und schrecklichen Vorfall“. Ein Pro-Tibet-Aktivist erklärte, der Mann, der sich vor dem UN-Hauptquartier in Brand setzte, habe gegen Chinas neues Gesetz zur Assimilation ethnischer Minderheiten protestiert. Das Gesetz, das im März vom Nationalen Volkskongress verabschiedet wurde und am Mittwoch in Kraft trat, zielt darauf ab, in China eine „gemeinsame“ nationale Identität zu schaffen und den „Zusammenhalt“ zu stärken. Aktivisten im Ausland kritisierten, das Gesetz werde die Rechte ethnischer Minderheiten wie der Uiguren und Tibeter weiter einschränken. Auch Personen außerhalb Chinas können belangt werden Wie der Schweizer Rundfunk schreibt, enthält das Gesetz eine Klausel, nach der China Personen und Gruppen auch außerhalb der Grenzen der Volksrepublik China rechtlich zur Verantwortung ziehen kann, wenn diese „die ethnische Einheit und den Fortschritt untergraben oder zu ethnischem Separatismus anstiften“. China hatte die Himalaya-Region Tibet 1950 gewaltsam eingenommen, seit 1965 ist Tibet eine autonome Region. Das buddhistische Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, lebt seit mehr als 50 Jahren im Exil. Die Zentralregierung in Peking betrachtet ihn als Staatsfeind. Die eigentlich autonome tibetische Regierung sitzt im Exil in Indien.