Welt 10.10.2026
15:51 Uhr

Kulturstaatsminister Weimer warnt SPD-Chefs wegen Berliner Sondierungen zu Rot-Rot-Grün


Mit Wolfram Weimer nimmt erstmals ein hochrangiges Kabinettsmitglied der Union die SPD-Spitze in die Pflicht. Ein Linksbündnis in Berlin sei ein „Misstrauensvotum gegen unsere Koalition“, so der Kulturstaatsminister.

Kulturstaatsminister Weimer warnt SPD-Chefs wegen Berliner Sondierungen zu Rot-Rot-Grün

Im Streit um die Koalitionssondierungen zwischen Linkspartei, Grünen und SPD in Berlin warnt mit Wolfram Weimer (parteilos) nun erstmals ein Kabinettsmitglied der Union die SPD-Chefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas vor Konsequenzen auf Bundesebene. „Wenn die SPD-Parteivorsitzenden ein Linksbündnis in Berlin nicht sofort und eindeutig unterbinden, dann wäre das ein Misstrauensvotum gegen unsere Koalition, sagte der Kulturstaatsminister der „Bild“-Zeitung am Samstag. (verlinkt auf https://www.bild.de/politik/inland/wolfram-weimer-warnt-linksbuendnis-in-berlin-waere-misstrauensvotum-6ac9f7e25528343575dfef9a) Linke, SPD und Grüne hatten am Donnerstag Sondierungsgespräche über eine Koalition in Berlin begonnen. (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ac7848e79dbba342d293e48/berlin-linke-gruene-und-spd-beschliessen-sondierungen-das-steht-in-der-antisemitismus-erklaerung.html) Zuvor hatten die Parteien eine gemeinsame Vereinbarung zum Umgang mit Antisemitismus beschlossen. Teilen der Berliner Linken wird eine antisemitische Haltung vorgeworfen. Der Landesverband steht zudem wegen Clan-Kontakten einzelner Parteimitglieder in der Kritik. (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6abd359eca5c42fe8f931009/linke-vielleicht-ein-fehler-kocak-erklaert-remmo-verbindungen-und-gibt-sitz-im-innenausschuss-auf.html) Es sei nicht zu ertragen, wenn die SPD-Parteichefs ein derartiges Überschreiten „aller roten Linien für Demokraten“ passieren ließen, sagte Weimer: „Eine Regierung in der Hauptstadt unter Führung der SED-Nachfolger wäre ein Achsbruch für die Integrität der Bundesrepublik.“ Sollte die SPD „dieser Linkspartei als Steigbügelhalter an die Macht verhelfen“, dann wäre dies aus Sicht des Kulturstaatsministers auch eine Belastung für die Koalition im Bund. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass wir 'auf allen Ebenen jede Zusammenarbeit' mit Extremisten ausschließen. Wir sollten uns daran halten“, sagte er.