Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/franz-muentefering/) spricht sich für ein Verbotsverfahren gegen die AfD aus. „Ich bin dafür, ein Verbotsverfahren in Gang zu setzen, damit das vom obersten Gericht geprüft wird“, sagte Müntefering der „Zeit“. (verlinkt auf https://www.zeit.de/2026/24/franz-muentefering-afd-verbotsverfahren-spd-bundesverfassungsgericht) Die Partei unterlaufe insbesondere mit ihren Positionen zu Ausländern und Zuwanderern Artikel 1 des Grundgesetzes, der die Menschenwürde zum Verfassungsprinzip erklärt. „Das aushebeln zu wollen, werfe ich der AfD vor. Und damit hebeln sie die Grundidee unserer Demokratie aus“, sagt der SPD-Politiker und ehemalige Arbeitsminister und Vizekanzler. Damit hätten die demokratischen Parteien nicht nur das Recht, einen Verbotsantrag zu stellen, „[...] sondern auch eine Pflicht: Das Grundgesetz ist Leitlinie für unser Handeln. Und die Verfassung ist da deutlich: Das Parteienverbot ist ein ausdrücklich in der Verfassung vorgesehenes Instrument der wehrhaften Demokratie.“ Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat sollten sich nach Ansicht von Müntefering untereinander verständigen, wer das Verbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht beantragen solle. Die Entscheidung trifft das Gericht. Als Beleg für „Gefahr im Busch“ zieht Müntefering unter anderem die Pläne von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article695b7c1dfb77630dac277c96/ulrich-siegmund-schueler-auch-im-homeschooling-unterrichten-so-will-der-afd-kandidat-die-schulpflicht-reformieren.html) im Bildungswesen heran. Siegmund hatte dafür plädiert, „dass Schüler auch in kleineren Verbänden oder auch im Homeschooling unterrichtet werden können“. Müntefering entgegnet dazu: „In Wirklichkeit wäre so etwas verheerend für die Schwächsten, die auf staatliche Strukturen und Bildungsangebote angewiesen sind“. Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugen (verlinkt auf https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2Fpreferences%2Fsource%3Fq%3Dwelt.de&data=05%7C02%7Cfriedrich.steffes-lay%40axelspringer.com%7C2e19b5087a32458cc28408deb7f78165%7Ca1e7a36c6a4847689d653f679c0f3b12%7C0%7C0%7C639150470816972708%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=3Denu5%2FcSX3DfRGOlI9wdHejOAGglezxP3ugwrVyJfg%3D&reserved=0) Konkrete Beispiele für die Demokratiefeindlichkeit der AfD nennt Müntefering in dem Interview auf Nachfrage nicht. Er sagte: „Ich erkenne die Melodie. Das Verfassungsgericht und die Fachleute müssen beurteilen, was in und mit der AfD vorgeht. Ob die gelebte Praxis dieser Partei die Gleichwertigkeit aller Menschen ist oder nationalistische Kleinkariertheit.“ Eine scharfe Absage erteilt Müntefering seinem Parteifreund Torsten Albig, der der SPD eine Zusammenarbeit mit der AfD empfohlen hatte: „Nein, das ist nicht empfehlenswert. Auch nicht nötig. Damit kommt man in die Schlagzeilen, aber die haben meistens nur kurze Dauer.“