Welt 12.05.2026
07:03 Uhr

Freiheit zu stabilen Preisen – Die vielen Vorteile des Interrail


Das Flatrate-Reisen mit dem Zug kreuz und quer durch Europa als Alternative zur Flugreise erlebt eine Renaissance: Es gibt weder Sicherheitskontrollen noch drohende Flugausfälle. Und ohne starre Reisedaten bleibt auch noch Luft fürs Abenteuer.

Freiheit zu stabilen Preisen – Die vielen Vorteile des Interrail

Quer durch Europa fahren, von Norwegen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/norwegen-reisen/) nach Sizilien (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/sizilien-urlaub/) oder von Athen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/athen-staedtereise/) bis Porto (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/porto/) – und das alles fast für lau: Das war die Verheißung von Interrail, mit dem früher Zigtausende Jugendliche den Kontinent erkundet haben. Eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen wieder aufgelebt ist. Wobei es längst nicht mehr nur die Jungen sind, die so auf Achse beziehungsweise auf der Schiene sind, zunehmend begeben sich Erwachsene, darunter allerlei Grau- und Weißhaarige, mit einem Interrail-Pass auf den Weg. Eher nicht, um Kilometer zu machen und ein Maximum an Städten, Ländern und Landschaften abzuklappern oder um Leute kennenzulernen und sich per Couchsurfing bei ihnen einzunisten. Nein, heute geht es fortgeschrittenen Bahnreisenden (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/bahnreisen/) – inklusive solchen fortgeschrittenen Alters – eher um eine Alternative zum Fliegen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/fliegen/) : eine sanfte, klimafreundliche Art zu reisen, ohne Gepäckbeschränkungen, ohne lästige Sicherheitskontrollen, ohne starre Reisedaten, ohne drohende Flugausfälle wegen Drohnen oder Kerosin-Engpass. Es fühlt sich ein bisschen an wie das Deutschlandticket oder die Bahncard 100, die einem maximale Bewegungsfreiheit innerhalb der Landesgrenzen garantieren. Das europaweite Flatrate-Reisen eröffnet viel mehr Perspektiven, unterliegt allerdings einigen Einschränkungen. Je nach Pass können Erwachsene ab vier Tagen innerhalb eines Monats für 283 Euro bis zu drei Monate am Stück (956 Euro) unterwegs sein. Die Strecken wählt man per App aus, kann also noch wenige Minuten vor Abfahrt des Zuges die entsprechende Fahrkarte generieren und – wenn nötig – Sitzplätze dazubuchen. In Deutschland (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/deutschland-reisen/) , Österreich (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/oesterreich-reisen/) oder der Schweiz (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/schweiz-reisen/) ist das eine Option, in französischen Zügen oder spanischen Hochgeschwindigkeitszügen Pflicht. Trotzdem garantiert einem das Modell viel Flexibilität und das Gefühl von Freiheit – bei gleichbleibendem Preis. Natürlich kommt jetzt der Einwand: Was ist mit den berühmt-berüchtigten Verspätungen bei der Bahn? Klar nerven die, aber sie sind keineswegs auf Deutschland beschränkt, und auch die Luftfahrt (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/luftfahrt/) ist alles andere als pünktlich. Ja, man kann auf dem Weg nach Spanien (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/spanien-reisen/) auch mal in Lyon (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/lyon/) stranden, weil ein Zug unvorhergesehen gestrichen wird oder so viel Verspätung hat, dass der Anschluss weg ist. Und sich ordentlich darüber ärgern, dass man sein Reiseziel nicht wie geplant erreicht, plötzlich irgendwo übernachten muss, einen Urlaubstag verliert und obendrein zusätzliches Geld loswird. Aber dann macht man die Bekanntschaft von anderen Leidensgenossen, entdeckt ein supernettes Restaurant, das köstliches Boeuf Bourguignon serviert, und verliebt sich bestenfalls noch in die Altstadt an der Rhône. Die Flexibilität, die einem ein Interrail-Pass gewährt, etwa eine Reise um ein, zwei Tage zu verlängern oder zu verkürzen, weil das Wetter umschlägt, muss man eben auch selbst mitbringen. Für Menschen, die nur drei Tage Zeit haben, um irgendwelche Hotspots auf Mallorca (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/mallorca-urlaub/) , in Riga (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/riga/) oder Rom (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/rom-staedtereise/) abzuhaken, ist das nichts. Aber alle, die wissen wollen, wie sich echtes Reisen anfühlt, sollten mal darüber nachdenken, sich auf so ein Schienenabenteuer einzulassen. Dass man dabei noch jede Menge CO₂ einspart, kommt als weiterer Pluspunkt hinzu.