Welt 17.08.2026
12:17 Uhr

Firma stellt Landkreis horrende Rechnung – Werkstattgrube soll 530.000 statt 70.000 Euro kosten


Mehr als eine halbe Million Euro für eine Werkstattgrube: Im Landkreis Freising entzündet sich ein heftiger Streit um eine Rechnung, die vom Steuerzahler beglichen werden muss.

Firma stellt Landkreis horrende Rechnung – Werkstattgrube soll 530.000 statt 70.000 Euro kosten

Eingeplant waren im Haushalt 70.000 Euro. Doch am Ende soll eine Werkstattgrube in Bayern den Steuerzahler mehr als das Siebenfache kosten. Weil der Landkreis Freising die geforderten 530.000 Euro nicht zahlen will, bahnt sich womöglich zusätzlich ein Rechtsstreit an, wie der „ Münchner Merkur (verlinkt auf https://www.merkur.de/lokales/freising/zolling-ort377209/werkstattgrube-fuer-freisinger-kreisbauhof-sollte-70-000-euro-kosten-firma-verlangt-530-000-euro-94445731.html) “ aus dem Kreisausschuss des Landkreises Freising berichtet. Konkret geht es um eine neue Werkstattgrube für den Bauhof des Landkreises Freising in Zolling. Bei einer Werkstattgrube handelt es sich um einen begehbaren Schacht in einer Werkstatt. In Kfz-Werkstätten werden etwa Fahrzeuge darüber gefahren, um Reparaturen an der Unterseite im Stehen und ohne Hebebühne durchzuführen. Für die Tiefbauarbeiten waren zunächst 70.000 Euro veranschlagt. Wegen zusätzlicher erforderlicher Leistungen erhöhte der Landkreis die eingeplanten Kosten später auf rund 120.000 Euro. Dass sich die ausführende Firma jedoch eine andere Summe vorstellte, zeichnete sich laut Bericht schon während der Bauarbeiten ab. Deshalb habe man sich früh Rechtsbeistand geholt, weil man gewusst habe: „Das Ganze wird eskalieren“, sagte Andreas Kämper, Leiter des Sachgebiets Tiefbau dem Blatt. Der Name der Firma wird in dem Bericht nicht erwähnt. Nach Darstellung der Verwaltung geht die enorme Kostensteigerung hauptsächlich auf zahlreiche Nachträge und Zusatzleistungen zurück. Einige davon seien von Kämper als „sehr kreativ“ bezeichnet worden. Bereits während der Bauphase seien Positionen zurückgewiesen oder als nicht prüfbar zurückgeschickt worden. CSU-Kreisrat Manuel Mück bezeichnete die Forderungen deshalb als „Fantasiegebühren“. Die verlangte Summe sei „für eine Schmiergrube, die jede Autowerkstatt hat“, kaum vermittelbar. Zugleich forderte er dazu auf, „um jeden Euro zu kämpfen“. Der Landkreis verweist zudem darauf, die Arbeiten eng überwacht zu haben. „Ich habe die ganze Zeit daneben gestanden, weil wir vorher gewusst haben, die Firma wird das probieren“, sagte Tiefbau-Mitarbeiter Leander Liebl. „Ich habe sogar mein Büro auf der Baustelle aufgeschlagen.“ Mehr als 700.000 Euro Gesamtkosten Sollte die Forderung der Firma am Ende vollständig anerkannt werden, könnten die Gesamtkosten des Projekts laut dem Bericht auf bis zu 712.000 Euro steigen. Ursprünglich hatte das Landratsamt insgesamt mit Kosten von 302.000 Euro gerechnet. Der Kreisausschuss lehnte es jedoch ab, vorsorglich weitere Mittel bereitzustellen, und beauftragte die Verwaltung stattdessen, alle rechtlichen Möglichkeiten gegen die Forderungen auszuschöpfen. Die teure Grube löste auch im Internet eine heftige Debatte aus. Einige Leser vermuteten Fehler bei der Ausschreibung. Möglicherweise sei absichtlich ein zu niedriges Angebot abgegeben worden, um den Auftrag zu erhalten. Andere fragten, warum die Firma überhaupt beauftragt worden sei, wenn laut Landkreis bereits während der Bauarbeiten mit Problemen gerechnet worden war. Einige Nutzer verwiesen jedoch auch darauf, dass die betroffene Firma bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen Stellung genommen habe.