Welt 26.04.2026
10:32 Uhr

„Es gibt zwei Optionen für den Buckelwal“ – Minister gesteht gravierendes Problem bei Wal-Tracker


Zur Rettung des gestrandeten Buckelwals gibt es neue Details: Heute soll ein spezieller Lastkahn vor Ort ankommen. Doch noch bevor der Transport überhaupt startet, sorgt ein Detail für Kopfzerbrechen.

„Es gibt zwei Optionen für den Buckelwal“ – Minister gesteht gravierendes Problem bei Wal-Tracker

Die Rettung des vor Poel gestrandeten Buckelwals (verlinkt auf https://www.welt.de/regionales/nrw/article69ea103eff0951f41af90f2b/bund-buckelwal-schicksal-weckruf-fuer-den-naturschutz.html) steht kurz bevor: Nach Angaben Felix Bohnsacks, dem technischen Leiter der privaten Rettungsinitiative Initiative, soll der Buckelwal in einem speziellen Transportkahn binnen dreieinhalb Tagen an Fehmarn vorbei bis zur mehr als 400 Kilometer entfernten Nordsee bei Skagen gebracht werden. Dort werde man den Zustand des Tiers bewerten und „schauen, wie die Reise überstanden wurde“, so Bohnsack. Das Konzept der privaten Initiative hatte am Samstagabend grünes Licht aus Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium bekommen, wie Till Backhaus (SPD) im Hafen von Kirchdorf sagte. Das Konzept werde geduldet – die Verantwortung liege weiterhin bei der Initiative. Nach Eindruck der beteiligten Kleintierärztinnen sei das Tier transportfähig. Backhaus sagte gegenüber „Bild“: „Es gibt zwei Optionen für Timmy: Entweder schwimmt er sich bis heute Mittag selbst frei. Oder wir müssen warten, bis das Konzept, so wie es vorgelegt wurde, umgesetzt wird.“ Der Plan sieht vor, den zwölf Tonnen schweren Walbullen mit einer Art Lastkahn, einer sogenannten Barge, zu transportieren. Derzeit befindet sich die Barge aber noch nicht vor Poel. Sie war am frühen Sonntagmorgen in Geesthacht in Bewegung gesetzt worden. Sie wurde später an ein anderes Schubboot gekoppelt, das auch durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren kann, hieß es am Sonntagvormittag. Das vorige konnte nur auf der Elbe fahren. In Kiel steht der Schlepper „Robin Hood“ bereit, um die Barge zu übernehmen. Vor dem eigentlichen Einsatz muss die Barge in Wismar noch vorbereitet werden, hieß es weiter. Unter anderem müsse noch ein Schott gewechselt werden. Der Lastkahn könnte Sonntagnacht oder Montagfrüh an der Insel ankommen. Der eigentliche Transport des Tieres mit der sogenannten Barge sei für Dienstag geplant, sagte der an dem privaten Versuch beteiligte Tauchunternehmer Fred Babbel. Voraussetzung für den Zeitplan sei unter anderem, dass es etwa im Nord-Ostsee-Kanal, durch den die Barge hindurch müsse, keine Störung des Schiffsverkehrs gibt. Derweil wird vor Poel derzeit noch die Zufahrt vom Wal bis in die tiefere Fahrrinne verbreitert. „Wir sind da noch beim Arbeiten, beim Spülen, Saugen.“ An der benötigten mehr als 100 Meter langen Rinne war bereits gebaggert worden. Backhaus gesteht gravierendes Problem beim Wal-Tracker Sollte der Wal allein wieder losschwimmen oder aber kommende Woche nicht auf den Kahn wollen, soll ein bereits befestigter Tracker seine weitere Position zeigen. Allerdings gibt es dabei ein gravierendes Problem: Der Tracker funktioniere nicht unter Wasser, sagte Backhaus. Sollte der Wal also abtauchen oder ertrinkend auf den Grund sinken, wäre er wohl nicht mehr zu erfassen. An einer neuen Lösung werde gearbeitet, so der Minister. Am Vormittag waren rund 40 mit Sand gefüllte sogenannte Big Bags verladen und mit einem Schwimmponton in die Kirchsee-Bucht bugsiert worden. Dann wurde begonnen, sie am Wal zu platzieren. Als Barriere sollen sie verhindern, dass er sich bei steigenden Wasserständen noch weiter in die Flachwasserzone hineinbewegt. Am Sonntag sollte es höhere Wasserstände geben als in den Tagen zuvor. Schon einmal – am Montag – war das Tier bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen. Der Buckelwal war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden: Am 3. März tauchte er im Hafen von Wismar auf. In den mehr als 50 Tagen seither lag er zu deutlich mehr als der Hälfte der Zeit in Flachwasserzonen. Experten vermuten, dass er sie gezielt immer wieder aufgesucht haben könnte, weil er schwer erkrankt Ruhe suchte.