Welt 04.10.2026
20:59 Uhr

Eklat mit Ansage – erneut verweigert Irlands Kapitän den Handschlag


Politik statt Fairplay: Wie schon im Hinspiel sorgt die irische Nationalmannschaft gegen Israel in der Nations League für einen Eklat. Der Kapitän verweigert den obligatorischen Handschlag, auch bei der Hymne kommt es zu Respektlosigkeiten.

Eklat mit Ansage – erneut verweigert Irlands Kapitän den Handschlag

Es war eine Eskalation mit Ansage. Die irische Fußballnationalmannschaft trat in der Nations League gegen Israel an und sorgte wie schon im Hinspiel für einen Eklat. Vor der Partie im serbischen Backa Topola senkten die irischen Nationalspieler, Trainer und Offizielle ihre Köpfe, als die israelische Hymne gespielt wurde. Auch nachdem die Hymne abgespielt war, fielen die Iren durch Unsportlichkeit auf. Kapitän Caoimhin Kelleher, der Dara O’Shea vertritt, verweigerte seinem israelischen Gegenüber Dor Peretz vor dem Anstoß den Handschlag; es gab nicht einmal einen Blickkontakt. Der Torwart schaute während der Seitenwahl die gesamte Zeit auf den Boden. Dies tat auch O’Shea bereits vor dem 3:0 der Iren am vergangenen Sonntag (verlinkt auf https://www.welt.de/sport/fussball/article6aba0f2618772248192d75ed/nations-league-nach-dem-irland-eklat-bleibt-ein-gefuehl-der-bitterkeit-und-des-verrats.html) . Beide Spiele waren politisch in die Schlagzeilen geraten. 160 irische Sportler hatten ihre Nationalelf in einem offenen Brief aufgefordert, die beiden Partien zu boykottieren. Die irischen Nationalspieler stimmten ab – und mehrheitlich dafür, zu spielen. Jedoch entschied sich Ersatztorwart Gavin Bazunu, die Spiele gegen Israel zu boykottieren. „Ich gebe mein Bestes, ein Mensch mit Charakter und Prinzipien zu sein. Daher halte ich es für falsch, an den bevorstehenden Spielen gegen Israel teilzunehmen“, sagte Bazunu. Israel gedenkt der Opfer des Terrorangriffs der Hamas Die israelischen Spieler liefen in Gedenken an die Opfer des Terrorangriffs vor drei Jahren mit schwarzen Armbinden und der Aufschrift „7.10“ auf. Einen entsprechenden Antrag habe die Europäische Fußball-Union Uefa (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/uefa/) genehmigt, teilte der israelische Verband mit. Am 7. Oktober 2023 hatten Kämpfer der Hamas und anderer extremistischer Organisationen rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln nach Gaza verschleppt. Der beispiellose Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Auch die irischen Spieler begannen das Spiel mit schwarzen Armbinden. Diese trugen sie schon im Hinspiel, „um all derer zu gedenken, die in diesem Konflikt ihr Leben verloren haben“, wie es vor dem Anpfiff mit Blick auf den Gaza-Krieg hieß.