Welt 05.06.2026
12:10 Uhr

Eishockey-Bundestrainer Harold Kreis entlassen


Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen und dem Debakel bei der WM zieht der Deutsche Eishockey-Bund Konsequenzen. Nationaltrainer Harold Kreis muss gehen. Es gibt drei Kandidaten für die Nachfolge.

Eishockey-Bundestrainer Harold Kreis entlassen

Harold Kreis ist nicht mehr Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Die Führung des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) hat sich dazu entschieden, die Zusammenarbeit mit dem 67-Jährigen zu beenden. Es soll sich um eine einvernehmliche Trennung handeln. Der Vertrag von Kreis lief ursprünglich noch bis zur Weltmeisterschaft 2027, die in Deutschland stattfinden wird. „Wir sind nach einer intensiven Analyse zu diesem Entschluss gelangt und haben unser Ergebnis dem DEB-Aufsichtsrat präsentiert, der unsere Auffassung geteilt hat. Die Zusammenarbeit mit Harold war zu jeder Zeit von Vertrauen, Offenheit und gegenseitigem Respekt geprägt – auch menschlich war sie über die gesamte Zeit hervorragend. Deshalb ist uns diese Entscheidung nicht leichtgefallen. Zugleich sehen wir, dass die Entwicklung der Männer-Nationalmannschaft zuletzt stagnierte, und diese sportliche Gesamteinschätzung hat letztlich zu unserer Entscheidung geführt“, sagte Christian Künast, Vorstand Sport des DEB Der DEB zog mit der Trennung die Konsequenzen aus dem schwachen Abschneiden der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft. Das Team verpasste das Minimalziel – das Erreichen des Viertelfinals. Deutschland verlor gegen Finnland, Lettland, die USA und die Schweiz und konnte nur gegen Österreich, Ungarn und Großbritannien gewinnen. „Wir gewinnen gegen die vermeintlich Schwachen der Welt und es soll alles wieder gut sein? Das ist nicht die Realität, es wäre sehr viel mehr drin gewesen“, sagte Verteidiger Moritz Seider nach dem WM-Aus. Kehrt Uwe Krupp an die Bande zurück? 2023 führte Kreis Deutschland ins WM-Finale und gewann mit dem Team sehr überraschend Silber. Bei den letzten beiden Weltmeisterschaften schaffte es die Mannschaft aber nicht mehr ins Viertelfinale. Auch bei den Olympischen Spielen in Mailand enttäuschte Deutschland, obwohl das Team um Leon Draisaitl, Tim Stützle und Moritz Seider als die beste und talentierteste deutsche Nationalmannschaft in der Geschichte des DEB galt. Bei Olympia gab es im Viertelfinale eine krachende 2:6-Niederlage gegen die Slowakei. „Die vergangenen drei Jahre mit der Nationalmannschaft waren eine besondere Zeit, an die ich mit großer Dankbarkeit zurückdenke. Der Silbermedaillen-Erfolg 2023 und die gemeinsamen Erlebnisse mit dem Team werden mir in bester Erinnerung bleiben. Ich danke den Mitarbeitern im Verband, dem Trainerstab, dem Team-Staff der Männer-Nationalmannschaft und vor allem den Spielern für das Vertrauen und die Zusammenarbeit. Ich wünsche dem Verband und der Mannschaft für die kommenden Aufgaben alles Gute“, sagte Kreis. Das deutsche Eishockey (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/eishockey-wm/) steckt ein Jahr vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land in der Krise. Als potenzielle Nachfolger für Kreis gelten nach Informationen der „Bild“ Uwe Krupp (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/uwe-krupp/) , der ehemalige Nationalspieler Korbinian Holzer und der frühere Co-Trainer von Marco Sturm, Mat McIlwain. Krupp war bereits von 2005 bis 2011 Coach der Nationalmannschaft.