Welt 02.06.2026
00:22 Uhr

Dänemarks neue Regierung steht – Ministerpräsidentin Frederiksen bekommt dritte Amtszeit


Zehn Wochen nach der Wahl ist die Regierungsbildung in Dänemark geglückt. Das Land bekommt eine Links-Mitte-Koalition unter der Leitung der bisherigen Ministerpräsidentin. Zuvor waren mehrere Verhandlungen gescheitert.

Dänemarks neue Regierung steht – Ministerpräsidentin Frederiksen bekommt dritte Amtszeit

Dänemark bekommt eine neue Links-Mitte-Regierung aus vier Parteien unter der bisherigen sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Fast zehn Wochen nach der Parlamentswahl teilte sie König Frederik X. am späten Abend mit, eine Koalition aus Sozialdemokraten, sozialistischer Volkspartei (SF), der linksliberalen Radikale Venstre und der Partei Moderaterne der politischen Mitte bilden zu wollen. „Wir haben es nach langen Verhandlungen geschafft, eine Regierung zu bilden“, sagte Frederiksen am Montagabend. In einer Mitteilung des dänischen Hofs hieß es: „Ihre Majestät der König hat die geschäftsführende Ministerpräsidentin Mette Frederiksen daraufhin aufgefordert, eine solche Regierung zu bilden.“ Die vier Parteien haben im dänischen Parlament zusammen 82 Sitze. Für eine Mehrheit sind 90 Sitze nötig. Eine Minderheitsregierung ist in Dänemark normal – sie darf nur keine Mehrheit gegen sich haben. Damit das der Fall ist, benötigt die neue Regierung die Unterstützung beispielsweise der elf Mandate der linken Partei Enhedslisten. Die Partei kündigte am Abend auf Facebook an, „morgen große Neuigkeiten für Dänemark“ zu haben. Für Frederiksen ist es nach 2019 und 2022 die dritte Amtszeit. Sie hatte zunächst wochenlang erfolglos mit diversen Parteien über eine Regierungsbildung (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/regierungsbildung/) verhandelt, nachdem die Parlamentswahl keine eindeutige Mehrheit für eines der politischen Lager ergeben hatte. Frederiksen Partei erzielte das schlechteste Wahlergebnis seit mehr als 120 Jahren. Zwischenzeitlich hatte der Rechtsliberale Troels Lund Poulsen das Mandat für die Koalitionsverhandlungen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/koalitionsverhandlungen/) bekommen, war aber damit auch gescheitert. Seit etwas über einer Woche hatte Frederiksen erneut den Hut aufgehabt. Ex-Ministerpräsident hatte Verhandlungen platzen lassen Eine entscheidende Rolle bei den Regierungsverhandlungen hatte erneut der frühere dänische Ministerpräsident und bisherige Außenminister Lars Løkke Rasmussen mit seiner Mitte-Partei Moderaterne gespielt. Rasmussen hatte mit beiden Lagern gesprochen und die Verhandlungen zweimal platzen lassen. An diesem Dienstag will die alte und neue Ministerpräsidentin Frederiksen eine Regierungsgrundlage präsentieren. Am Mittwoch sollen dann die neuen Ministerinnen und Minister dem König vorgestellt werden.