Nach dem Scheitern Deutschlands (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a2104de1f46a650bff5eb00/blamage-in-new-york-jetzt-stellt-das-erste-bundesland-deutschlands-un-zahlungen-infrage.html) bei der Wahl um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhöht die Union den Druck auf die frühere Außenministerin Annalena Baerbock. CSU-Außenpolitiker Stephan Mayer (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/stephan-mayer/) fordert eine Befragung der Grünen-Politikerin im Bundestag, wie „ Bild (verlinkt auf https://www.bild.de/politik/nach-deutscher-un-blamage-union-fordert-baerbock-auftritt-vor-auswaertigem-ausschuss-6a22811aa85ce647df471f5f) “ berichtet. „Wir müssen die Ursachen dieser blamablen Wahlniederlage lückenlos aufarbeiten“, sagte Mayer. Dafür sei es „zwingend notwendig, dass Annalena Baerbock dem Bundestag dazu im Auswärtigen Ausschuss Rede und Antwort steht“. Die ehemalige Außenministerin (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article698e8fe50abe5c8b74ecdc32/ehemalige-aussenministerin-totaler-quatsch-baerbock-reagiert-auf-kritik-an-moralisierender-aussenpolitik.html) müsse erläutern, „wie und wann ihr Amt was genau für die Mobilisierung von Mehrheiten für die deutsche Bewerbung um den nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat unternommen hat“. Auch Hessens Minister für Internationales, Manfred Pentz (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article256068666/Hessen-Erster-Minister-schliesst-AfD-Politiker-von-Auslandsreisen-aus-AfD-nennt-es-eine-Farce.html) (CDU), weist Vorwürfe gegen die aktuelle Bundesregierung zurück – und zeigt auf Baerbock. „Nach gerade mal einem Jahr dieser Bundesregierung kann man nicht Friedrich Merz und Johann Wadephul die Schuld dieser Wahlniederlage anlasten“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Aus seiner Sicht trage vielmehr die frühere Bundesregierung Verantwortung. „Annalena Baerbock hat es verbockt in ihrer Zeit als Außenministerin“, so Pentz. Die früheren erfolgreichen deutschen Bewerbungen seien unter Kanzlerin Angela Merkel „ordentlich vorbereitet“ worden. Deutschland war bei der Wahl um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat für die Amtszeit 2027/2028 bereits im ersten Wahlgang gescheitert. Die Bundesrepublik erhielt lediglich 104 Stimmen und verfehlte damit die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit deutlich. Portugal setzte sich mit 134 Stimmen durch, Österreich erhielt 131 Stimmen. Deutschland war zuletzt 2019 und 2020 Mitglied des Sicherheitsrats. Ein Scheitern einer deutschen Kandidatur galt in diplomatischen Kreisen bislang als Ausnahme. Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte die Wahl als „herbe Niederlage“ und „echte Enttäuschung“ (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/plus6a2098091f46a650bff5e93e/wahl-in-new-york-einen-entscheidenden-grund-fuer-deutschlands-un-niederlage-laesst-wadephul-unerwaehnt.html) bezeichnet. Als einen wesentlichen Grund nannte er den vergleichsweise späten Beginn der deutschen Bewerbung. Während Portugal bereits 2011 und Österreich 2013 ihre Kandidaturen angekündigt hatten, meldete Deutschland seine Bewerbung erst 2019 an. „In einem Staffellauf wäre ich sozusagen der Schlussläufer gewesen, und wir sehen heute klar, es war nicht mehr wettzumachen“, sagte Wadephul nach der Abstimmung in New York. Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger hatte die Abstimmungsniederlage unter anderem als Retourkutsche dafür bewertet, wie sich Baerbock den Posten der Präsidentin der UN-Generalversammlung „geschnappt“ habe. Dies habe unter den Botschaftern bei den Vereinten Nationen „nicht gerade neue Sympathien für Deutschland ausgelöst“, sagte Ischinger WELT TV. Baerbock war im Juni 2025 zur Präsidentin der UN-Vollversammlung gewählt worden. Am Dienstag wurde der Außenminister von Bangladesch, Khalilur Rahman, zum nächsten Präsidenten gewählt. Die deutsche Kandidatur stand zudem unter schwierigen politischen Vorzeichen. In diplomatischen Kreisen wurde auf Kritik an Berlins Haltung im Gaza-Krieg sowie auf die deutsche Positionierung in weiteren internationalen Konflikten verwiesen. Die Bundesregierung hatte sich von einem Sitz im Sicherheitsrat mehr Einfluss bei der Suche nach politischen Lösungen etwa im Ukraine-Krieg und im Nahen Osten erhofft. Der Sicherheitsrat (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/un-sicherheitsrat/) gilt als das mächtigste Organ der Vereinten Nationen. Nur dort können Beschlüsse mit völkerrechtlich bindender Wirkung gefasst, Sanktionen verhängt oder Friedensmissionen mandatiert werden. Neben den fünf ständigen Vetomächten werden zehn weitere Sitze jeweils für zwei Jahre gewählt.