Es waren nur gewöhnliche 95 Punkte von Andrew Gilding, und der Engländer lag in seinem Zweitrundenmatch gegen Landsmann Luke Woodhouse bereits mit 2:5 zurück. Insofern wirkte der folgende Gong, der über die Hallenlautsprecher erklang, etwas deplatziert: Dümm-dümm-dümm-dümm. Woodhouse stutzte, wollte werfen, wurde aber von einer Durchsage irritiert: „Wir bitten um Ihre Aufmerksamkeit. Aufgrund einer technischen Störung muss die Veranstaltung vorübergehend unterbrochen werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“ Woodhouse grinste, hatte allerdings kein Wort verstanden. Die Durchsage bei den Baltic Sea Darts Open in Kiel erfolgte in deutscher Sprache. Abonnieren Sie unseren Podcast WELTMeister bei Spotify (verlinkt auf https://open.spotify.com/show/7CX3rSNRL11YEnW7IzkWIS?si=82f337b82c6b4e32&nd=1&dlsi=56417d9ce6fc406c) , Apple Podcasts (verlinkt auf https://podcasts.apple.com/de/podcast/weltmeister/id1852960967) oder direkt per RSS-Feed (verlinkt auf https://weltmeister.podigee.io/feed/mp3) . Kurz darauf aber hatten auch Woodhouse und Gilding verstanden und verließen die Bühne, während Gong und Durchsage noch einige Male abgespielt wurden. Das Publikum blieb ruhig. Was war passiert? „Es handelt sich lediglich um einen Fehlalarm, ihr müsst die Halle nicht räumen. Wir werden das Spiel so schnell wie möglich fortsetzen“, klärte Philip Brzezinski, der Master of Ceremonies, kurz danach via Hallenmikrofon auf. Im TV wurde anschließend eine Konserve gezeigt: Rob Cross gegen Luke Humphries, das Kiel-Finale samt Neun-Darter von 2024, während die Regie in der Halle durchaus Humor bewies und Queens „Don‘t stop me now“ einspielte und die Feuerwehr anrücken musste. Nur Springer und Schindler in Runde zwei Es dauerte 23 Minuten, als Philip Brzezinski erneut auf der Bühne erschien und den Grund für den Alarm verriet: „Freunde, wir müssen uns Gedanken machen. Gestern der Flitzer hier auf der Bühne, heute raucht einer auf der Toilette. Das ist keine gute Idee. Das ist nicht gut, in Veranstaltungshallen keine gute Idee. In fünf Minuten sind die Spieler wieder da, dann setzen wir das Turnier fort. Danke für euer Verständnis, danke für eure Geduld.“ Woodhouse ließ sich von der ungeplanten Unterbrechung nicht stören und zog mit einem 6:3 in die dritte Runde am Sonntag ein. Aus deutscher Sicht war das Turnier der European Tour bis dahin wenig erfolgreich verlaufen. Sowohl Debütant Jason Riedtke, Max Hopp und Daniel Klose, als auch Paul Krohne, Marcel Hausotter und Lukas Wenig waren am Freitag ausgeschieden. Lediglich Niko Springer zog mit einem Sieg über den Ungarn Nandor Major in die zweite Runde ein. Er ist am Abend wie auch der gesetzte Martin Schindler gefordert.