SpOn 28.04.2026
18:42 Uhr

Zuckerabgabe: Rewe-Chef äußert Skepsis gegenüber geplanter Verteuerung


Mit einer Abgabe auf zuckerhaltige Getränke möchte die Regierung Gesundheitsmaßnahmen finanzieren. Der Chef des Lebensmittelhändlers Rewe ist nicht überzeugt und verweist auch auf Großbritannien.

Zuckerabgabe: Rewe-Chef äußert Skepsis gegenüber geplanter Verteuerung

CDU und CSU haben sich lange dagegen gestemmt, doch nun soll eine Zuckersteuer kommen: Die Bundesregierung plant ab 2028 eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Die Einnahmen werden auf rund 450 Millionen Euro jährlich geschätzt.

Während Verbraucherorganisationen wie Foodwatch die Abgabe ausdrücklich begrüßen, zeigt sich die Lebensmittelbranche verhalten. »Da muss man sich immer genau anschauen, was es bringt. Mit Blick auf die Gesundheitswirkung hat die Zuckersteuer in Großbritannien offenbar keinen eindeutigen Erfolg«, sagte der Chef des Lebensmittelhändlers Rewe, Lionel Souque, dem SPIEGEL.

In Großbritannien fällt seit 2018 auf Getränke eine Zusatzabgabe an, die sich nach der Menge des zugesetzten Zuckers richtet. Seitdem ist der Zuckergehalt in Getränken in Großbritannien laut Foodwatch um 35 Prozent gesunken.

Rewe-Chef Souque verweist auf Eigeninitiative der Lebensmittelbranche. »Wir reduzieren bei allen unseren Eigenmarken bereits Salz, Zucker und Zusatzstoffe – soweit das geschmacklich geht. Und wir setzen auf klare Informationen und Auswahl – statt auf neue Abgaben. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Menschen selbst entscheiden sollen«, sagte der Manager.

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Die Einnahmen aus der für Deutschland geplanten Abgabe sollen laut Gesetzentwurf »der gesetzlichen Krankenversicherung in geeigneter Art und Weise entlastend zugutekommen«, und zwar auch für Präventionsmaßnahmen. Gesundheitsexperten fordern eine solche Steuer für Deutschland schon seit Jahren.

Um den hohen Zuckerkonsum zu begrenzen, gab es 2024 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO in 116 Staaten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Laut WHO gilt eine derartige Steuer zum Beispiel in Frankreich, Polen, dem Vereinigten Königreich, Saudi-Arabien, Brasilien, Indien und Südafrika.

mmq