SpOn 01.08.2026
09:12 Uhr

Waldbrände in Frankreich, Spanien, Griechenland: Teils Entspannung, teils neue Flammen


In Griechenland wüten die Flammen. In den Katastrophengebieten in Spanien und Frankreich konnten viele Menschen in ihre Häuser zurückkehren – doch andernorts gibt es neue Evakuierungen.

Waldbrände in Frankreich, Spanien, Griechenland: Teils Entspannung, teils neue Flammen

An der französischen Atlantikküste und in Spanien hat sich die Waldbrandlage etwas entspannt, doch andernorts sieht es schlechter aus: In Südfrankreich flammt ein Brand erneut auf und besonders in Griechenland ist die Situation angespannt.

Griechenland

Für weite Teile Griechenlands gilt sehr hohe Waldbrandgefahr. Für Attika – einschließlich des Großraums Athen – und Euböa rief der Zivilschutz sogar die höchste Alarmstufe (Rot) aus. Bei starkem Wind breiten sich in Griechenland aktuell mehrere große Wald- und Buschbrände aus. Die größten Fronten liegen rund 60 Kilometer westlich von Athen entfernt, die gewaltigen Rauchwolken sind von der Hauptstadt aus deutlich zu sehen.

Zuletzt wurden in den betroffenen Regionen am Morgen vorsorglich erneut mehrere Ortschaften evakuiert. In der Bucht des Ortes Porto Germeno wurden zwölf Menschen durch die Küstenwache vom Strand aus über das Meer gerettet, wie die Zeitung »Kathimerini«  berichtete. Dort verbrannten auch mindestens zehn Häuser, wie der Sender Ertnews zeigte.

Starker Wind begünstigt, dass sich die Flammen rasend schnell ausbreiten. In der Region sind 325 Feuerwehrleute sowie Freiwillige, 92 Fahrzeuge, 18 Löschflugzeuge und sieben Hubschrauber im Einsatz, wie die Feuerwehr auf der Plattform X mitteilte. Die Polizei regelte den Verkehr und sperrte Straßen in den betroffenen Gebieten. Auch auf dem Peloponnes wurden mehrere Brände gemeldet.

Den großen Waldbrand im Süden der Urlaubsinsel Kreta hat die Feuerwehr mittlerweile unter Kontrolle. Allerdings seien weiterhin rund 220 Feuerwehrleute im Einsatz, berichtete »Kathimerini«. Wegen der starken Winde seien Löscharbeiten aus der Luft immer noch nicht möglich, gleichzeitig heizten die Windböen bestehende Glutnester an, sodass immer neue kleinere Brände aufflammten. Unterdessen laufen die Untersuchungen zur Brandursache; es wird gemutmaßt, dass das Feuer durch Schäden an Strommasten entstanden sein könnte.

Frankreich

Im südfranzösischen Departement Var, zwischen Marseille und Cannes, ist ein Brand wieder aufgeflammt, der sich schnell ausbreitete. Innerhalb weniger Stunden wurden am Freitag 1000 Hektar verwüstet, wie die Präfektur mitteilte. Etwa 2500 Menschen mussten demnach evakuiert werden. Laut Angaben waren in der Nacht 720 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie hätten sich darauf konzentriert, sensible Stellen zu schützen und das Vorrücken des Feuers einzudämmen, hieß es.

An der französischen Atlantikküste stellte die Präfektin von Bordeaux dagegen eine »Verbesserung der Lage von Tag zu Tag« fest. Der dortige Großbrand sei zwar noch nicht ganz unter Kontrolle, aber die Situation stabil, teilte die Präfektur mit. Der verbrannte Bereich werde auf 42.000 Hektar – eine Fläche etwa viermal so groß wie Paris – geschätzt. Die Präfektur entschied, dass Menschen in mehrere zuvor evakuierte Orte zurückkehren können. Mittlerweile durften den Angaben nach 198.000 der 224.000 Betroffenen nach Hause.

Spanien

In Spanien sind die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo inzwischen weitgehend eingedämmt. Einsatzkräfte arbeiteten allerdings am Freitag in der nordwestlichen Provinz Zamora weiter daran, die bestehenden Brandherde in Wohnhäusern zu löschen und Ausbreitungen einzudämmen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

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Grund zur Erleichterung gibt es in der Provinz Castellón im Osten des Landes: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia, in dem mehr als 9500 Hektar zerstört wurden, breitete sich nach Behördenangaben nicht weiter aus. Rund 2800 Menschen hätten deshalb in ihre Häuser in den Gemeinden Eslida und Artana zurückkehren dürfen, sagte der Regionalminister für Notfälle und Inneres von Valencia, Juan Carlos Valderrama. Die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden in Spanien inzwischen aufgehoben.

Türkei

Nach drei Tagen intensiver Löscharbeiten teilten die türkischen Behörden am Freitag mit, dass die meisten der großen Waldbrände, die im Westen und Süden des Landes ausgebrochen waren, unter Kontrolle seien. Landwirtschafts- und Forstminister Ibrahim Yumakli erklärte in einem Beitrag auf der Plattform X, dass die Großbrände an mindestens fünf Stellen eingedämmt worden seien. In der Ägäis-Provinz Aydin und der nordwestlichen Provinz Balikesir kämpften die Einsatzkräfte dagegen den Angaben nach weiterhin gegen die Flammen. Die Bemühungen konzentrierten sich dem staatlichen Sender TRT zufolge darauf, verbleibende Brandherde zu löschen und ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Im Südosten des Landes konnten vereinzelte Waldbrände gelöscht werden, bevor sie sich ausbreiteten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

bbr/dpa