Hohe Temperaturen, Trockenheit und aufkommender Wind: Bei diesen Bedingungen haben zahlreiche Feuerwehrleute am Wochenende gegen Waldbrände gekämpft. Und an mehreren Orten gehen die Löscharbeiten weiter.
Bayern: Feuer am Saurüsselkopf
Auf dem Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen etwa lodern weiter die Flammen. Auf Bildern ist zu sehen, wie noch immer große Rauchwolken aus einem bewaldeten Berg bei Ruhpolding (Landkreis Traunstein) aufsteigen. »Nach aktueller Einschätzung sind inzwischen rund vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen«, teilt die Gemeinde mit. Die Brandursache ist bislang unklar.
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Das Landratsamt Traunstein hat wegen des Brands den Katastrophenfall ausgerufen. Die Entscheidung habe Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) am Morgen getroffen, teilt das Landratsamt mit. Im Zentrum der Einsatzmaßnahmen stehe das Trinkwasserschutzgebiet des Ruhpoldinger Ortsteils Laubau. Ziel sei es, eine weitere Ausbreitung des Brands innerhalb des Schutzgebiets zu verhindern und alle verfügbaren Kräfte und Mittel bestmöglich einzusetzen. Mit der Feststellung des Katastrophenfalls werden die Einsatzkräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert.
In dem betroffenen Gebiet lodern weiter die Flammen. Dichter Rauch steigt aus einem bewaldeten Berg auf, wie aktuelle Bilder einer Webcam zeigen. Derzeit sind laut Gemeinde zwei Hubschrauber der Landespolizei im Löscheinsatz, ein weiterer Hubschrauber ist im Anflug, wie die Gemeinde Ruhpolding mitteilt.
Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht laut Gemeinde nicht. Die Behörden riefen dazu auf, das Gebiet zu meiden und Zufahrtswege für Einsatzkräfte freizuhalten. Die entstehende Rauchsäule könnte allerdings zu einem leichten Ascheregen im Bereich südlich und östlich der Chiemgau Arena führen. Die Gemeinde empfiehlt, Fenster und Türen im genannten Bereich geschlossen zu halten und Aufenthalte im Freien nach Möglichkeit zu reduzieren.
Feuerwehrmann im Einsatz im Nationalpark Böhmische Schweiz
Foto: Hájek Ondøej / CTK / dpaSachsen: Waldbrand an der Grenze
Der Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der Grenze zu Sachsen breitet sich aktuell nicht weiter aus. Nach Angaben der Behörden ist er aber bisher nicht unter Kontrolle. »Das Wetter ist unberechenbar«, schreibt die Feuerwehr bei X. Es müsse mit Windböen gerechnet werden. Von dem Waldbrand betroffen ist eine Fläche von inzwischen etwas weniger als einem Quadratkilometer. Der Nationalpark unweit der Elbe ist bei Touristen und Wanderern beliebt.
Vor Ort sind mehr als 400 Feuerwehrleute sowie weitere Kräfte von Polizei, Armee und Rettungsdienst im Einsatz. Mindestens acht Helikopter sollen Wasser aus der Luft abwerfen. Zwei mittelgroße Transporthubschrauber des Typs Sikorsky UH-60 Black Hawk sollen gegen Mittag zur Unterstützung aus der benachbarten Slowakei eintreffen. Das Feuer war am Samstag aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen.
Už třetí ten bojují hasiči s rozsáhlým požárem 🔥 v národním parku České Švýcarsko, který v sobotu odpoledne zasáhl zhruba 100 ha tamního lesa. 🌲
— Hasičský záchranný sbor ČR (@hasici_cr) May 4, 2026
V nočních hodinách situaci monitorovaly drony s termovizí, hasiči i zaměstnanci Správy Národního parku České Švýcarsko. pic.twitter.com/ClPOv04thX
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Erschwert wird der Einsatz im schwer zugänglichen Gelände durch Hitze, Trockenheit und Wind. In Tschechien hofft man nun auf Niederschläge, mit denen spätestens am Dienstag gerechnet wird. Der tschechische Regierungschef Andrej Babiš dankte den Feuerwehrleuten bei X für ihren Mut. »Sie sind wieder in der Böhmischen Schweiz im Einsatz, um die Natur und das Eigentum der Menschen zu schützen«, schreibt der 71-Jährige.
Der Nationalpark Böhmische Schweiz wurde im Jahr 2000 ausgerufen und umfasst eine Fläche von rund 79 Quadratkilometern. Wichtigstes Wahrzeichen ist das Prebischtor, eine der größten natürlichen Felsbrücken Europas.
Rauch im Nationalpark Böhmische Schweiz
Foto: Hájek Ondøej / CTK / dpaBrandenburg: Flammen auf ehemaligem Truppenübungsplatz
Brandenburgs erster großer Waldbrand des Jahres bei Jüterbog im Südwesten ist eingedämmt. »Das Feuer ist an Brandschutzstreifen ausgelaufen«, sagte Stadtbrandmeister Rico Walentin der Nachrichtenagentur dpa. »Es ist mit keiner weiteren Ausbreitung zu rechnen.« Am Vormittag hatte eine Drohne den Wald überflogen und 152 Hektar betroffenes Gelände gemessen.
Das Feuer war am Freitag auf zunächst 2,5 Hektar Fläche ausgebrochen und hatte sich auf dem mit Munition belasteten Gebiet rasch ausgebreitet.
Auch die Bürgermeisterin von Jüterbog, Christiane Lindner-Klopsch (parteilos), sprach davon, dass es »keine aktive Feuerfront« mehr gebe. Die Überwachung der Glutnester übernehme im Laufe des Tages die dort zuständige Wildnisstiftung. Die Feuerwehr werde abrücken, kündigte der Stadtbrandmeister an und nannte die Lage inzwischen »entspannt«. »Vereinzelt brennen noch Baumstümpfe in der Fläche und das dürfen sie auch.« Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Orte waren nicht in Gefahr.
Brände auch in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz
Auch in Nordrhein-Westfalen kam es am Wochenende wegen mehrerer Wald- und Unterholzbrände zu großen Löscharbeiten. Feuerwehrleute waren am Sonntag den dritten Tag in Folge in einem unwegsamen Gelände in Attendorn im Sauerland im Einsatz. Der dortige Wald- und Vegetationsbrand war zwar seit Samstag unter Kontrolle, aber es werde bei den Nachlöscharbeiten noch nach Glutnestern gesucht, sagte ein Sprecher. Betroffen seien 41.000 Quadratmeter. Die Suche nach Brandnestern mithilfe einer Drohne sei am Sonntagmorgen weitergegangen und werde die Feuerwehr wohl noch bis Montag beschäftigen.
Auch im Südwesten kam es zu Waldbränden. In Hessen flammte ein Brand nahe Romrod im Vogelsbergkreis wieder auf. Betroffen war einem Polizeisprecher zufolge eine Fläche von rund einem Hektar. Als Ursache vermutet die Polizei fahrlässige Brandstiftung, zeitweise musste die Bundesstraße 49 gesperrt werden.
In Rheinland-Pfalz sorgte ein Waldbrand in unwegsamem und steilem Gelände im Landkreis Altenkirchen für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Nach Behördenangaben kämpften Hunderte Einsatzkräfte nahe Friesenhagen auf rund vier Hektar gegen die Flammen.
