Gefährliche Produkte werden einer Untersuchung zufolge trotz EU-Warnungen noch im Internet verkauft. Das geht aus einer Untersuchung des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV) hervor. Dieser hat die EU-Datenbank überprüft, in der Betreiber von Onlinemarktplätzen die von ihnen gelöschten Produkte verzeichnen müssen.
Der VZBV fordert nun Nachbesserungen von der EU-Kommission. »Plattformbetreiber sollten alle Angebote mit den offiziellen Sicherheitswarnungen abgleichen – und zwar bevor die Produkte online gehen«, sagte VZBV-Vorständin Ramona Pop.
Mit Blei belastetes Kuscheltier trotz Warnung online
Die EU schreibt Onlinemarktplätzen laut VZBV vor, ihre angebotenen Waren stichprobenartig mit den Warnungen im europäischen Schnellwarnsystem Safety Gate abzugleichen. Es reiche dabei in der Praxis allerdings, wenn die Prüfung erst erfolge, nachdem das Angebot bereits online veröffentlicht sei.
Verbraucherinnen und Verbraucher verließen sich darauf, dass sie online sichere Produkte kaufen, erklärte VZBV-Vorständin Pop. Die Realität sehe aber anders aus: »Auch Produkte, für die es bereits offizielle Sicherheitswarnungen gibt, werden online verkauft«, sagte sie.
»Wir haben zum Beispiel ein mit Blei verseuchtes Kuscheltier gefunden, das online angeboten wurde, obwohl bereits seit fast drei Jahren eine Warnung vorlag.«
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Laut der Untersuchung durch den VZBV entfernten die fünf in Deutschland meistbesuchten Onlinemarktplätze Amazon, Ebay, Temu, Otto und AliExpress im November 2025 EU-weit insgesamt fast 70 Millionen Angebote. »Das zeigt die Masse an Angeboten, die online gestellt wird, obwohl sie gegen Gesetze oder Plattformregeln verstoßen«, erklärte der Verband.
Demnach vermerkten die Plattformen bei fast 30 Millionen dieser gelöschten Produkte, ein »unsicheres oder verbotenes Produkt« entfernt zu haben.
Bei den weiteren fast 40 Millionen Löschungen ging es um anderweitige Verstöße gegen die Geschäftsbedingungen der Plattformen, wie der VZBV weiter mitteilte.
