06.03.2026
Hier stürmt eine ungarische Anti-Terror-Einheit einen Geldtransporter und nimmt sieben Personen fest. Der Vorwurf: Geldwäsche. Sie stellen Bargeld und Gold im Wert von 82 Millionen Euro sicher.
Das Problem dabei ist: Der Geldtransport sollte das Geld in die Ukraine bringen und die Festgenommenen waren wohl Bankmitarbeiter.
Der Vorfall ist eine weitere Belastung der Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn, die eh schon sehr schwierig sind.
Hintergrund der aktuellen Eskalation ist ein Streit um die beschädigte Druschba-Pipeline, genauer gesagt um billiges Öl. Denn durch diese Leitung gelangt der Rohstoff aus Russland durch die Ukraine nach Ungarn. Die Ukraine gibt an, dass die Pipeline durch russische Angriffe beschädigt und die Reparatur kompliziert sei.
Und Selenksyj findet die Pipeline eh nicht gut:
05.03.2026
Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine:
»Um ehrlich zu sein, würde ich sie nicht erneuern. Das ist meine Position. Das habe ich den europäischen Staats- und Regierungschefs gesagt, und ich habe es denen gesagt, die mich wegen dieser Frage angerufen haben, sowie der Führung der Europäischen Union. Denn es handelt sich um russisches Öl. Es gibt Dinge, die einfach keinen Preis haben. Die Russen bringen uns um, und wir sollen dem armen kleinen Orbán Öl geben, weil er ohne dieses Öl keine Wahlen gewinnen kann?«
Und dann legt er noch nach – weil die russlandfreundliche Orbán-Regierung EU-Kredite für die Ukraine blockiert.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident Ukraine:
»Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union nicht 90 Milliarden blockieren wird und die ukrainischen Soldaten Waffen erhalten werden. Andernfalls werden wir die Adresse dieser Person an unsere Streitkräfte, unsere Jungs, weitergeben. Sie sollen ihn anrufen und mit ihm in seiner eigenen Sprache sprechen.«
Orbán wiederum glaubt nicht, dass die Reparatur der Pipeline kompliziert sei und meint, die Ukraine würde die Ölfrage als Druckmittel nutzen, die Kredite freizugeben. Auf einer Wahlkampfveranstaltung sprach er über den aktuellen Konflikt:
07.03.2026
Viktor Orbán, Premier Ungarn:
»Das funktioniert nicht und wird auch nicht funktionieren – wir sind gerne bereit, mit den Ukrainern in vielen Punkten Vereinbarungen zu treffen, aber wir werden niemals unter dem Druck von Erpressung zustimmen. Wir lehnen jede Erpressung ab.«
Der Geldtransport ist daher nur der nächste Höhepunkt in dem Streit zwischen den beiden. Aber Orbán könnte die Auseinandersetzung innenpolitisch sogar nützen. Denn er ist mitten im Wahlkampf und liegt in Umfragen deutlich zurück. Deshalb setzt er jetzt auf einen knallhart antiukrainischen Kurs.
Achja, und das beschlagnahmte Geld will seine Partei mit einem Gesetzesentwurf in Ungarn behalten.
