Peter Magyar ist neuer ungarischer Regierungschef: Die Abgeordneten des Parlaments in Budapest wählten den pro-europäischen Konservativen am Samstag zum Ministerpräsidenten und Nachfolger des langjährigen Regierungschefs Viktor Orban.
140 Abgeordnete stimmten für Magyar, 54 gegen ihn, ein Parlamentsmitglied enthielt sich. Magyars Tisza-Partei verfügt über 141 der 199 Sitze. Magyar versprach, Ungarn zu »dienen« und nicht zu »herrschen«.
Ende der Ära Orban
Knapp einen Monat nach der Parlamentswahl kamen die Abgeordneten zum ersten Mal im Parlament zusammen. Magyars konservative Tisza-Partei hatte bei der Wahl am 12. April eine Zweidrittelmehrheit errungen und der Partei Fidesz des langjährigen Regierungschefs Viktor Orban eine empfindliche Niederlage bereitet. Die Zweidrittelmehrheit erlaubt umfassende Reformen des politischen Systems.
In der Sitzung zuerst vereidigt wurde Parlamentspräsidentin Agnes Forsthoffer. Die Tourismusunternehmerin ordnete in ihrer ersten Entscheidung an, die EU-Flagge nach zwölf Jahren wieder am Parlamentsgebäude zu hissen. »Dies soll der erste symbolische Schritt auf dem Weg zurück nach Europa sein«, sagte Forsthoffer.
Vor dem Parlamentsgebäude versammelten sich hunderte Anhänger Magyars, um die Zeremonie auf großen Bildschirmen mitzuverfolgen. »So eine freundliche Atmosphäre habe ich noch nie zuvor erlebt«, sagte die Rentnerin Anna Horvat der Nachrichtenagentur AFP vor dem neogotischem Gebäude. Sie hoffe auf ein Ende von Korruption und eine Wiederannäherung an die EU, fügte sie hinzu.
