Wenn die Linke im Juni auf ihrem Parteitag eine neue Doppelspitze wählt, wird Parteichef Jan van Aken nicht mehr kandidieren. Seine Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner allerdings will weitermachen – im neuen Tandem mit dem Baden-Württemberger Luigi Pantisano. Nun bekommt das Duo Konkurrenz: Das Linken-Urgestein Ulrich Schneider hat auf X seine eigene Kandidatur für den Chefposten verkündet.
Die Reformen der Bundesregierungen bewertet Schneider als »massiven Angriff« auf Arbeitende und den Sozialstaat. Deshalb brauche es eine starke Linke, »die Kämpfe haben gerade erst begonnen«. Seine Partei sieht er in der Verantwortung, für Umverteilung zu streiten, entsprechend will er für den Vorsitz kandidieren, schreibt Schneider.
Schneider ist ehemaliger Hauptgeschäftsführer beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Er war gerade erst wieder in die Linkspartei eingetreten, nachdem er 2022 wegen einer russlandfreundlichen Rede der damaligen Linkenpolitikerin Sahra Wagenknecht die Partei verlassen hatte.
Pläne als Doppelspitze
Die Bewerbung kann man als Kampfkandidatur nicht nur gegen Pantisano, sondern auch gegen die aktuelle Parteichefin Schwerdtner sehen. Pantisano hatte seine Kandidatur nur wenige Stunden nachdem Jan van Aken seinen Rückzug verkündete bekannt gegeben. Mit einem aufwendigen Social-Media-Video wirbt er in seiner Partei um Stimmen. Schwerdtner, die seit anderthalb Jahren die wiedererstarkte Linke mit van Aken führte, gab dann vergangene Woche bekannt, in Doppelspitze mit Pantisano weitermachen zu wollen – so beide gewählt werden. Bisher trat gegen die beiden niemand an.
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In der Linken wird die Parteispitze paritätisch besetzt, je eine Frau und ein Mann müssen sich den Parteivorsitz teilen. Über die neue Parteiführung entscheidet die Linke auf ihrem Bundesparteitag vom 19. bis 21. Juni in Potsdam.
