Nato-Generalsekretär Mark Rutte sieht das transatlantische Verteidigungsbündnis »bereit« für die Abwehr russischer Cyberangriffe und andere Arten der hybriden Kriegsführung. »Wir haben all diese Reaktionsmöglichkeiten parat, … wenn es um hybride Bedrohungen geht«, sagte Rutte bei einer Veranstaltung in New York. Er rief die Staaten zu »mehr Unterstützung« für die von Russland angegriffene Ukraine auf, wenn sie »bei jedem hybriden Vorfall … wirklich ein Signal geben wollen«.
Die europäischen Länder befürchten, dass Moskau die westlichen Unterstützer Kyjiws ins Visier nehmen könnte. Kurz vor Ruttes Äußerungen hatte der dänische Auslands- und Militärnachrichtendienst FE erklärt, Russland könne möglicherweise in den kommenden Monaten mehr hybride Angriffe gegen Ziele im Westen ausführen. Ein Einmarsch in einen Nato-Mitgliedstaat sei »höchst unwahrscheinlich«, aber möglich.
Rutte sagte weiter, er glaube, die steigende Zahl hybrider Vorfälle in Nato-Ländern zeige, dass der russische Machthaber Wladimir Putin den Krieg in der Ukraine, der nun im fünften Jahr andauert, verliere. Die beste Reaktion darauf bestehe darin, den ukrainischen Streitkräften mehr Waffen zu geben.
In der vergangenen Woche hatte Polens Ministerpräsident Donald Tusk ebenfalls vor »hybriden« Bedrohungen aus Russland gewarnt – unter anderem vor Drohnen- und Raketenangriffen. Mit »hybriden« Aktivitäten sind getarnte aggressive Handlungen gemeint. Polen hat Russland seit Moskaus groß angelegter Invasion der Ukraine im Jahr 2022 mehrfach der »Sabotage« beschuldigt.
Wie sollte Deutschland reagieren auf die hybride Bedrohung durch Russland? Was kann jeder einzelne Bürger und jede Bürgerin tun? Hier spricht die Politologin Nicole Deitelhoff über die richtige Vorbereitung und Kommunikation für Krisenfälle.
