SpOn 10.09.2026
22:10 Uhr

Ukraine-Krieg: Selenskyj will mit Trump in New York Paket für Flugabwehr aushandeln


Der ukrainische Präsident plant, mit seinem US-Amtskollegen noch vor der Uno-Vollversammlung im September über ein Paket zur Stärkung seiner Flugabwehr zu sprechen. Kanada hat seine Hilfe am Donnerstag zugesagt.

Ukraine-Krieg: Selenskyj will mit Trump in New York Paket für Flugabwehr aushandeln

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will seine Sicherheit gegen Luftangriffe ausbauen. Nach Gesprächen in Kanada plant er nun ein Treffen mit US-Präsidenten Donald Trump in New York. »Ende September werden wir, denke ich, die Gelegenheit haben, das amerikanische Team in New York zu treffen«, sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney in Calgary. Ende September findet in New York die Generaldebatte der Uno-Vollversammlung statt.

Selenskyj hatte bereits am Dienstag gesagt, er hoffe auf ein Treffen mit Trump noch in diesem Monat. Er wolle mit dem US-Präsidenten über ein Paket zur Stärkung der ukrainischen Flugabwehr sprechen, sagte der ukrainische Präsident.

Die Ukraine ist auf Patriot-Raketen aus US-Produktion angewiesen, um sich gegen die massiven russischen Luftangriffe zu schützen. Kyjiw klagt über einen zunehmenden Mangel an den Abfangraketen, seitdem die USA im Februar den Irankrieg begonnen und Raketenlieferungen in die Golfregion umgeleitet hatten.

Kanada will Drohnenproduktion erhöhen

Carney sagte der Ukraine zur Unterstützung ihrer Flugabwehr am Donnerstag Abfangraketen im Wert von 350 Millionen kanadischen Dollar (fast 218 Millionen Euro) zu. Er kündigte zudem Kreditgarantien in Höhe von 450 Millionen kanadischen Dollar an, um die ukrainische Energieversorgung etwa durch Reparaturen zu stärken. Das Ziel sei, »den Ukrainern zu helfen, durch den Winter zu kommen«, sagte Carney.

Kanada habe zudem das Ziel, innerhalb der kommenden zwei Jahre Produktionskapazitäten für »Millionen Drohnen« zu schaffen. Laut Carney verfügt Kanada bisher insgesamt über 2000 Drohnen.

Mehr zum Thema

Russland hatte seine Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine in den vergangenen Tagen wieder verstärkt. Wegen eines Besuchs der US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff hatte Russland die Angriffe zuvor für drei Tage eingestellt. Die beiden Sondergesandten von US-Präsident Trump waren am Wochenende nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen.

jah/AFP/dpa