Der ugandische Oppositionsführer Bobi Wine ist nach eigenen Angaben aus dem Land geflohen, um der Fahndung des Militärs nach ihm zu entgehen, die im Anschluss an die umstrittene Präsidentschaftswahl im Januar begonnen hatte.
Der Aufenthaltsort von Wine, geboren als Robert Kyagulanyi, ist seit Wochen unbekannt. Er war als Präsidentschaftskandidat der größten Oppositionspartei National Unity Platform angetreten und kurz nach der Wahl am 15. Januar untergetaucht. Laut offiziellem Ergebnis, das Wine als gefälscht zurückweist, gewann Ugandas Langzeitherrscher Yoweri Museveni die Wahl mit 71,6 Prozent der Stimmen.
Nun meldete sich Wine, der als Musiker und Schauspieler in Uganda berühmt wurde, in einer Videobotschaft auf der Plattform X zu Wort. Darin ist ein unrasierter Wine zu sehen, der sagt, er habe Uganda verlassen – aber nicht verrät, wohin.
Fellow Ugandans and friends of Uganda!
— BOBI WINE (@HEBobiwine) March 14, 2026
Two months ago, Museveni yet again usurped the will of the people of Uganda and declared himself president on gunpoint. A day later, gripped by shame and fear, the military invaded my home to harm me, but I was able to evade them and go… pic.twitter.com/lGysaFL1ms
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»Liebe ugandische Landsleute und Freunde Ugandas in aller Welt, wenn ihr dieses Video seht, werde ich das Land bereits verlassen haben, um wichtige Termine im Ausland wahrzunehmen«, teilte Wine in seiner Botschaft mit. »Ich werde zu gegebener Zeit zurückkehren und weitermachen. Ich danke allen ugandischen Landsleuten, die mich versteckt und beschützt haben, als das Regime nach mir suchte.«
Die Sorge um Wines Sicherheit war zuletzt gewachsen, nachdem Ugandas Armeechef, General Muhoozi Kainerugaba, mehrfach massive Drohungen gegen Wine auf X veröffentlichte. Kainerugaba, Sohn und mutmaßlicher Nachfolger des Präsidenten, hatte angedeutet, Wine werde wegen nicht näher genannter Verbrechen gesucht. Die ugandische Polizei dementierte das.
Dem SPIEGEL war es im Januar gelungen, über Freunde Wines, die in Deutschland Schutz gesucht hatten, Kontakt zum untergetauchten Oppositionspolitiker aufzunehmen. In Sprachnachrichten, gesendet von einem fremden Telefon aus einem Versteck in den Slums der Hauptstadt Kampala, erzählte Wine, dass er sich nicht weit entfernt von zu Hause aufhalte und wie er einem Entführungsversuch der Armee habe entkommen können.
Am Tag nach der Wahl hatten ugandische Soldaten nachts Wines Haus gestürmt, der Oppositionsführer konnte aber noch rechtzeitig fliehen. Bereits im Wahlkampf hatte er um sein Leben gefürchtet und war wochenlang in Helm und Schutzweste bei Kundgebungen aufgetreten.
Wine, der prominenteste der sieben Kandidaten, die im Januar gegen Museveni angetreten waren, genießt großen Zuspruch unter jungen Menschen in den Städten. Viele von ihnen sind ohne Arbeit und verärgert über die Regierung, wegen Korruption und fehlender wirtschaftlicher Perspektiven. Viele wünschen sich nach vier Jahrzehnten unter Präsident Museveni einen politischen Wandel. Im Mai soll der 81-Jährige für eine siebte Amtszeit vereidigt werden.


