SpOn 28.05.2026
03:51 Uhr

USA fliegen erneut Angriffe in Iran – Regime reagiert offenbar mit Gegenschlag


Donald Trump zeigt sich verstimmt über die Verhandlungen mit Teheran. Jetzt hat das US-Militär Berichten zufolge erneut Ziele im Süden Irans attackiert – »rein defensiv«, wie es heißt. Teheran meldet einen Gegenangriff.

USA fliegen erneut Angriffe in Iran – Regime reagiert offenbar mit Gegenschlag

Trotz der Waffenruhe und den laufenden Verhandlungen für ein Kriegsende haben die USA übereinstimmenden Medienberichten zufolge erneut Ziele in Iran angegriffen. Dem »Wall Street Journal« zufolge feuerte Iran zunächst vier Drohnen auf amerikanische und zivile Schiffe ab. Der Bericht berief sich auf Angaben von zwei US-Beamten. Nach Angaben eines der Beamten schossen US-Kampfjets die Drohnen ab.

Danach habe ein Kampfflugzeug vom Typ F/A-18 den Stützpunkt in der Nähe der Stadt Bandar-e Abbas angegriffen, von dem aus die Drohnen gestartet waren. Dadurch sei der geplante Start einer fünften Drohne verhindert worden, berichtet der US-Fernsehsender CNN .

Laut CBS News  sagte ein US-Beamter, die seit Anfang April bestehende Waffenruhe im Irankrieg gelte weiterhin. Allerdings hatte es erst vor wenigen Tagen im Bereich der Straße von Hormus bereits gegenseitige Angriffe der Kriegsparteien gegeben. Ein namentlich nicht genannter Regierungsbeamter sagte laut Reuters: »Die Maßnahmen waren maßvoll, rein defensiv und dazu bestimmt, den Waffenstillstand ⁠aufrechtzuerhalten.«

US-Präsident Trump: »Nicht zufrieden«

US-Präsident Trump: »Nicht zufrieden«

Foto: ABACAPRESS / IMAGO

Kurz vor den US-Medienberichten waren aus dem Süden Irans bereits Explosionen gemeldet worden. Östlich der Stadt Bandar-e Abbas an der Straße von Hormus seien drei Explosionen zu hören gewesen, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars in der Nacht auf der Plattform Telegram. Die Luftverteidigung sei aktiviert worden. Bandar-e Abbas ist die Hauptstadt der Provinz Hormusgan und gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren Irans im Golfraum und an der Straße von Hormus.

Iran meldet Vergeltungsschlag gegen US-Stützpunkt

Der US-Luftangriff blieb offenbar nicht ohne Antwort. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, die Revolutionswächter hätten am Morgen einen US-Luftwaffenstützpunkt angegriffen. Nähere Angaben zum Ort des Stützpunkts gab es keine.

Allerdings meldete das mit Washington verbündete Golfemirat Kuwait, in dem US-Soldaten stationiert sind, Drohnen- und Raketenangriffe auf sein Land. »Die kuwaitische Luftverteidigung bekämpft derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe«, teilten die Streitkräfte des Landes im Onlinedienst X mit . Sie teilten jedoch nicht mit, woher der Beschuss erfolgte.

Die Revolutionswächter hätten zudem gewarnt, dass sie im Falle einer Wiederholung einer solchen Aggression »deutlich entschiedener« antworten würden. Die Verantwortung dafür liege beim »Aggressor«.

US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor unzufrieden mit dem Stand der Verhandlungen mit Teheran über ein Ende des Kriegs gezeigt. Er sei »nicht zufrieden« mit dem jüngsten Angebot Irans für ein mögliches Abkommen, sagte er bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Wenn es nicht zu einer Einigung komme, müssten die USA »die Sache einfach zu Ende bringen«, fügte er hinzu.

Iranischer Politiker: Halten an roten Linien fest

Iran besteht bei den Verhandlungen mit den USA offenbar auf seinen Kernforderungen. Man werde sich durch US-Präsident Donald Trumps Rhetorik nicht von seinen »roten Linien« abbringen lassen, schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, in der Nacht auf X.

Azizi nannte als rote Linien für sein Land das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus sowie die Aufhebung der Sanktionen. Auf X schrieb er: »Offensichtlich sucht Trump nach einem Ausweg aus dieser strategischen Sackgasse und wechselt dabei zwischen Drohungen und Appellen zu einer Einigung«. Der Politiker Azizi ist – soweit bekannt – nicht direkt in die Verhandlungen mit den USA eingebunden.

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Der US-Präsident hatte während der Kabinettssitzung im Weißen Haus seine Drohung erneuert, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiter kämpfen werde. Damit ist weiterhin unklar, ob es zu einem Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA kommen wird. Trump hatte am Wochenende Hoffnungen auf eine schnelle Einigung geweckt, diese aber später wieder gedämpft, indem er sagte, beide Seiten müssten sich die nötige Zeit nehmen – mehr dazu hier .

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Trump verneinte, dass es mögliche Sanktionslockerungen für Iran geben könnte. »Nein, wir sprechen nicht über irgendeine Lockerung von Sanktionen«, sagte der Republikaner in der Sitzung. Auch über Gelder, die Iran für sich beanspruche, habe man im Moment weiter die Kontrolle.

Der US-Präsident betonte, dass niemand die Straße von Hormus kontrollieren werde. Die USA würden darauf achtgeben. Das sei Teil der Verhandlungen. Nach Kriegsbeginn war der Schiffsverkehr durch die Meerenge vor Iran weitgehend zum Erliegen gekommen. Iran blockierte, daraufhin schossen die Preise an den weltweiten Energiemärkten nach oben. Die USA blockierten daraufhin iranische Häfen.

hda/jmm/dpa