Für jene Soldaten, die an der »State of the Force«-Rede von Verteidigungsminister Pete Hegseth am 30. September teilnehmen, hat das Pentagon offenbar genaue Vorstellungen. Laut einem Bericht des »Wall Street Journal« wies das US-Verteidigungsministerium seine Kommandeure an, Soldaten nur unter bestimmten Voraussetzungen für die Teilnahme an der Rede zu nominieren.
Die Veranstaltung am 30. September folgt ein Jahr nach einer ähnlichen Rede, zu der Hegseth die obersten Generäle und Admirale des Landes an einer der größten Basen des US Marine Corps versammelt hatte. Damals polterte er, es dürfe »keine bärtigen Typen« oder »dicken Generäle« mehr geben.
Hegseth will »Kriegerethos« beschwören
Das Treffen im vergangenen Herbst überraschte hochrangige Militärs. Sie erfuhren erst später, dass es Hegseth um die Durchsetzung seines sogenannten Kriegerethos ging. Seit seinem Amtsantritt als Pentagon-Chef im vergangenen Jahr hat Hegseth den körperlichen Standards Priorität eingeräumt. Seiner Meinung nach ist dies entscheidend, um die Fähigkeit des Militärs zur effektiven Kriegsführung zu verbessern.
Er nutzte die Veranstaltung, um seine Prioritäten vorzustellen, wobei er den Schwerpunkt auf die Ablehnung der Politik der vorherigen Regierung legte, die er als »woke« bezeichnete, und die Rückkehr zur »Kriegsführung« als einzige Mission des Pentagon betonte.
Teilnahme nur mit »makelloser« äußerer Erscheinung
In einer am Dienstag an Kommandeure der Armee gesendeten E-Mail, die der Tageszeitung vorliegt, sucht das Pentagon nach Soldaten, die bestimmte »körperliche Anforderungen« erfüllen. Sie müssten etwa dem von der Armee festgelegten Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße entsprechen, die Fitnesstests der Armee bestehen und eine »makellose« äußere Erscheinung sowie »einwandfreie Pflege- und Uniformstandards (ohne Ausnahme)« aufweisen.
Ferner würden einige Kandidaten ausgewählt, die die Gelegenheit erhalten, gemeinsam mit dem 46-jährigen Verteidigungsminister zu trainieren. Diese müssten über eine »nachgewiesene Führungsqualität und professionelle Persönlichkeit« verfügen.
Ein weiteres Vorhaben des umstrittenen Verteidigungsministers sind verpflichtende Testosterontests für Soldaten. Warum dahinter eine Vorstellung von Männergesundheit steckt, die nicht nur ethisch fragwürdig, sondern auch medizinisch heikel ist, lesen Sie hier .
