SpOn 08.10.2026
08:33 Uhr

USA: Häftling Jamaal Howard in Texas per Giftspritze hingerichtet


Nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike wurde in den USA erneut ein Häftling mit Giftspritze exekutiert. Jamaal Howard starb 20 Jahre nach seiner Tat, trotz Protesten seiner Anwälte.

USA: Häftling Jamaal Howard in Texas per Giftspritze hingerichtet

Während Christa Pike noch im Krankenhaus behandelt wird, wurde im US-Bundesstaat Texas ein zu Tode verurteilter Mann per Giftinjektion hingerichtet. Die Exekution des 46-jährigen Jamaal Howard am Mittwochabend (Ortszeit) war die erste in den USA seit der gescheiterten Hinrichtung der US-Amerikanerin Pike vergangene Woche. Ihr Fall hat die seit Jahren geführte Debatte über die Todesstrafe in den USA neu entfacht.

Der damals 20-jährige Howard hatte im Jahr 2000 eine Frau bei einem Überfall erschossen und 114 US-Dollar aus der Kasse gestohlen. 2001 war er wegen Mordes zum Tod verurteilt worden. In seiner letzten Stellungnahme soll sich Howard an die Familie des Opfers gewandt haben. »Es tut mir leid, was passiert ist«, zitiert ihn die »New York Times«. »Ich wünsche mir, dass ihr meine Entschuldigung annehmt, und ich hoffe auf eure Vergebung«.

Gleiches Gift wie bei Pike angewendet

Texas hatte vor Howard in diesem Jahr bereits sechs Menschen hingerichtet – und hat für November zwei weitere Exekutionen angesetzt.

Bei seiner Hinrichtung sollte, wie bei Pike, das Mittel Pentobarbital für die tödliche Injektion verwendet werden. Howards Anwälte versuchten, die Exekution auf verschiedenem Wege zu stoppen, hatten damit aber keinen Erfolg.

Im US-Bundesstaat Tennessee waren der verurteilten Mörderin Pike vor rund einer Woche zwei Dosen des Mittels Pentobarbital zu ihrer Hinrichtung verabreicht worden. Die 50-Jährige überlebte beide Injektionen und wurde in ein umliegendes Krankenhaus zur Behandlung gebracht, wo sie künstlich beatmet wurde. Inzwischen ist sie laut ihren Anwälten wieder bei Bewusstsein.

Mehr zum Thema

Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist kein vergleichbarer moderner US-Fall bekannt, bei dem die vorgesehenen Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der oder die Verurteilte weiterlebte.

Wie es im Fall Pike doch dazu kam und warum man mit weiteren solchen Fällen rechnen muss, erklärt Pharmakologe Georg Kojda in diesem Interview .

jmm