Das auf den Namen »Alligator Alcatraz« getaufte Abschiebezentrum in einem Sumpfgebiet im US-Bundesstaat Florida soll Medienberichten zufolge schließen. Behördenmitarbeiter hätten Auftragnehmern vor Ort mitgeteilt, dass die Haftanstalt in den Everglades geschlossen werde, berichtete die »New York Times« . Unternehmer, die vom Bundesstaat Florida mit dem Betrieb der Anlage beauftragt wurden, seien informiert worden, dass die Einrichtung abgewickelt werde, berichtete auch der Sender CBS News Miami.
Der letzte Häftling solle CBS zufolge im Juni das Gelände verlassen. Wohin die rund 1400 Inhaftierten stattdessen gebracht werden, ist den Medienberichten zufolge unklar. Die US-Regierung betreibt viele solcher Abschiebezentren, darunter weitere in Florida. Dessen republikanischer Gouverneur Ron DeSantis hatte einen früheren Bericht der »New York Times« bestätigt, demzufolge die Schließung von »Alligator Alcatraz« auch auf Bundesebene bereits diskutiert worden sei.
Die Wahl des Standorts hatte die Regierung damit begründet, dass die von Alligatoren bevölkerten Sümpfe Häftlinge von einer Flucht abhalten sollten. Der Name »Alcatraz« spielt auf das berüchtigte Hochsicherheitsgefängnis in der Bucht von San Francisco an.
Proteste und hohe Betriebskosten
Seit der Eröffnung im vergangenen Sommer durch US-Präsident Donald Trump gab es Proteste und Gerichtsprozesse gegen das Haftzentrum mitten in den Everglades. Im September hatte ein Berufungsgericht entschieden, dass die Anlage nicht zurückgebaut werden muss. Geklagt hatten Umweltschützer, die Schäden für gefährdete Arten in der größten subtropischen Wildnis der Vereinigten Staaten fürchteten.
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Das Gericht hatte sein Urteil damit begründet, dass das öffentliche Interesse schwerer wiege als die von Umweltschützern vorgebrachten Argumente. Auch von erheblichen Kosten für einen Rückbau war die Rede. Nun könnten laut US-Medien die hohen Betriebskosten, die sich mittlerweile auf fast eine Milliarde US-Dollar (rund 850 Millionen Euro) belaufen sollen, ein Grund für das Aus sein.
