SpOn 12.05.2026
09:58 Uhr

USA: Bürgermeisterin in Kalifornien bekennt sich schuldig, für China spioniert zu haben


Ein Plot, wie von Hollywood erdacht – unweit von Hollywood: Im kleinen Arcadia soll Bürgermeisterin Eileen Wang für den chinesischen Geheimdienst gearbeitet haben. US-Behörden sind alarmiert.

USA: Bürgermeisterin in Kalifornien bekennt sich schuldig, für China spioniert zu haben

Die Spannungen zwischen den USA und China nehmen seit Jahren zu, nicht nur im Konflikt um den Umgang mit Taiwan. Auch gegenseitige Spionagevorwürfe werden immer wieder laut, bereits mehrfach soll China mit Wetterballons versucht haben, die USA auszuspähen. Nun ist ein besonderer Fall im US-Bundesstaat Kalifornien publik geworden: Die Bürgermeisterin der Kleinstadt Arcadia steht im Verdacht, für China spioniert zu haben.

Die kalifornische Staatsanwaltschaft hatte bereits im April Anklage gegen Eileen Wang erhoben. Nun bekannte sich die 58-Jährige schuldig, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte . Wang gestand demnach, als illegale Agentin für die chinesische Regierung tätig gewesen zu sein. Für ihre Spionagetätigkeit drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft.

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Die Bürgermeisterin trat im Zuge des Geständnisses von ihrem Amt als Bürgermeisterin von Arcadia zurück. Die Stadt liegt etwa 20 Kilometer nordöstlich von Los Angeles im San Bernardino Valley.

Wang war Ende 2022 in den fünfköpfigen Stadtrat der Kleinstadt gewählt worden. Das Bürgermeisteramt wird unter den Personen turnusgemäß weitergegeben. Stadtoffizielle berichten laut CNN , dass außer Wang kein weiteres städtisches Personal in den Fall verwickelt sei, auch städtische Gelder seien nicht veruntreut worden.

»Danke, Führungskraft«

Laut der Staatsanwaltschaft soll Wang mindestens seit 2020 unter Weisung Pekings agiert haben. Sie habe sich mit anderen in den USA ansässigen Personen koordiniert, um Propaganda zugunsten Chinas zu betreiben. Unter anderem soll sie Artikel für Lokalmedien geschrieben haben, in denen sie bestritt, dass es in China Zwangsarbeit gibt. In internen Chats, die die US-Behörden offenlegten, soll sie sich mit chinesischen Beamten ausgetauscht haben. »Danke, Führungskraft«, habe Wang an einer Stelle auf das Lob für ihre Arbeit geschrieben.

Zudem soll Wang mit einem anderen Exilchinesen zusammengearbeitet haben, der bereits seit Oktober 2025 eine vierjährige Haftstrafe absitzt. Auch er hatte sich schuldig bekannt, illegal als Agent der chinesischen Regierung tätig gewesen zu sein.

»Alle Amerikaner sollten alarmiert sein angesichts der Erkenntnis, dass eine gewählte Amtsträgerin dreist Propaganda im Auftrag der chinesischen Regierung verbreitet hat«, sagte der stellvertretende Direktor des FBI-Büros in Los Angeles, Patrick Grandy, zum Fall. Und auch der stellvertretende Generalstaatsanwalt für nationale Sicherheit, John A. Eisenberg, äußerte sich. Personen, die in den Vereinigten Staaten in ein öffentliches Amt gewählt wurden, sollten ausschließlich im Interesse des amerikanischen Volkes handeln, das sie vertreten, sagte Eisenberg. »Es ist zutiefst beunruhigend, dass jemand, der zuvor Anweisungen von Regierungsvertretern der Volksrepublik China entgegengenommen hat, überhaupt eine Position öffentlichen Vertrauens bekleidet.«