SpOn 08.10.2026
16:00 Uhr

Türkei: PKK erklärt vollständigen militärischen Rückzug


Der Friedensprozess zwischen der türkischen Regierung und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei stockt. Nun hat die PKK einen weitreichenden Schritt verkündet und fordert von der Gegenseite ebenfalls Bewegung.

Türkei: PKK erklärt vollständigen militärischen Rückzug

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat den vollständigen Abzug ihrer bewaffneten Kräfte aus der Türkei verkündet. »Wir haben alle unsere Streitkräfte sowohl innerhalb als auch außerhalb der Türkei abgezogen, die als grenznah angesehen werden könnten«, erklärte die PKK nach Angaben der kurdischen Nachrichtenagentur ANF. Durch den Abzug der Truppen solle verhindert werden, dass die türkische Regierung »ihre unzureichende Herangehensweise an den Prozess rechtfertigt«.

Bereits im Mai 2025 hatte die PKK auf ihrem 12. Parteikongress die Auflösung und das Ende des bewaffneten Kampfes beschlossen. Sie folgte damit einem Aufruf des in der Türkei inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan. Im August 2026 beschloss das türkische Parlament daraufhin mit großer Mehrheit ein Gesetz, das die Freilassung zahlreicher Mitglieder der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei zur Folge haben könnte. Bedingung dafür ist, dass die türkischen Sicherheitsbehörden die Auflösung und Entwaffnung der PKK und der ihr angeschlossenen Gruppen bestätigen.

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Die PKK kritisiert, dass die AKP-Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan seitdem keine signifikanten Schritte im Friedensprozess unternommen habe. Auch die weiter andauernde Isolationshaft Öcalans steht in der Kritik. Öcalan ist seit 1999 auf der türkischen Gefängnisinsel İmralı inhaftiert.

Mit dem nun vollzogenen Abzug, so die PKK, solle der AKP-Regierung keine Möglichkeit mehr bleiben, Vorwände vorzubringen. Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ist in Deutschland, der Europäischen Union und den USA offiziell als terroristische Organisation eingestuft.

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klk/dpa/AFP