Erstmals seit März 2018 führt kein Chinese die Männerweltrangliste der Tischtennisprofis an. Im neuesten Ranking übernahm der 19 Jahre alte Japaner Sora Matsushima die Führung. Der bis dato erstplatzierte Wang Chuqin aus China fiel auf Platz vier zurück.
Vor Matsushima war Timo Boll der letzte Nicht-Chinese an Position eins des Rankings. Der Rekord-Europameister aus Deutschland stand vor mehr als acht Jahren an der Spitze der Weltrangliste, seither dominierte wie so oft China. Im vergangenen Vierteljahrhundert hatten vor Matsushima überhaupt nur drei Nicht-Chinesen die Weltrangliste angeführt: Boll stand mehrmals ganz oben, auch seinem langjährigen Weggefährten Dimitrij Ovtcharov und dem Österreicher Werner Schlager gelang es, die chinesische Vorherrschaft zu durchbrechen.
Japaner Matsushima: Neue Nummer eins der Welt
Foto: Andrew Couldridge / REUTERSWährend Boll, 45, und Schlager, 54, ihre Karrieren beendet haben, hält sich Ovtcharov, 38, noch immer in der erweiterten Weltspitze. Derzeit belegt der Spitzenspieler des Bundesligisten TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell Platz 19 und ist damit zweitbester Deutscher hinter Ex-Europameister Dang Qiu von Borussia Düsseldorf (Platz zehn).
Die chinesische Dominanz bröckelt immer mehr. Bei der Weltmeisterschaft im Frühjahr in London kassierte die einstige Übermannschaft der Männer in der Gruppenphase ihre ersten WM-Niederlagen seit 26 Jahren, holte sich aber dennoch den Titel. Bei den Asienspielen verpasste China jüngst erstmals seit 32 Jahren Mannschaftsgold durch eine Niederlage im Finale gegen Japan.
Unter den besten zehn der Weltrangliste steht neben Wang Chuqin nur noch Lin Shidong aus China auf Platz neun. Neben Matsushima und seinem Landsmann Tomokazu Harimoto (Platz drei) bestimmen Spieler aus Frankreich (Felix und Alexis Lebrun auf den Plätzen zwei und acht), Schweden (Truls Möregårdh, Platz fünf) oder Brasilien (Hugo Calderano, Platz sieben) das Bild.
Erfreulicher ist aus chinesischer Sicht der Blick auf die Weltrangliste bei den Frauen. Diese führt Sun Yingsha an, außer ihr finden sich unter den ersten sieben Plätzen vier weitere Chinesinnen.
