Der Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, ist dem Kreml schon länger ein Dorn im Auge. Nun wirft Moskau ihm vor, Terrorismus zu unterstützen, weshalb er international zur Fahndung ausgeschrieben wurde, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB mit . Durow ist gebürtiger Russe, hatte seine Heimat aber bereits vor Jahren verlassen.
Seine Plattform Telegram weigere sich, Chats und Bots zu schließen, die von ukrainischen Geheimdiensten und Terrororganisationen genutzt würden, um in Russland Personal für Sabotageakte und Terroranschläge anzuwerben, klagte der FSB.
Als aktuelles Beispiel nannte der Geheimdienst einen populären Chatbot zur Partnersuche für junge Leute. Über diesen Bot hätten ukrainische Dienste 46 junge Russen zwischen 12 und 22 Jahren zu Straftaten verleitet, die vom FSB als Terroranschlag eingestuft wurden, hieß es.
Durows Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Er postete kurz nach Bekanntwerden des Haftbefehls ein Foto auf der Plattform X . Auf dem verwackelten Bild streckt er den Mittelfinger in die Kamera.
— Telegram Messenger (@telegram) July 29, 2026
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Als die Ermittlungen im Februar erstmals bekannt wurden, schrieb Durow: »Jeden Tag fabrizieren die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken, weil sie das Recht auf Privatsphäre und freie Rede einschränken wollen.«
Moskau schränkt freies Internet ein
Weltweit hat der Messengerdienst Telegram nach Branchenangaben mehr als eine Milliarde Nutzer. Moskau hat die Zensur im Internet seit Beginn der Vollinvasion der Ukraine 2022 massiv verschärft. Telefonate über Telegram werden schon lange blockiert, zuletzt wurde der Messenger gedrosselt. Allerdings nutzen selbst offizielle Stellen trotz Verbots Telegram weiter. Nach Angaben aus Kyjiw wirbt Russland auch Ukrainer für Sabotageakte hauptsächlich über Telegram an.
Andere Staaten werfen Telegram ebenfalls vor, dass Extremisten oder Kriminelle die verschlüsselte Kommunikation nutzen. Das Unternehmen hatte zuletzt zurückgewiesen, nicht genug gegen strafbare Inhalte zu tun. Durow wurde dennoch 2024 in Frankreich festgenommen , weil die Plattform solchen Missbrauch nicht verhindern soll. Der 41-Jährige kam gegen Kaution frei, das Verfahren läuft weiter. Bei der Festnahme in Frankreich sprach die russische Regierung noch von »politischer Verfolgung«.
