SpOn 20.05.2026
16:19 Uhr

Südkorea: Sportteam aus Nordkorea betritt erstmals seit Jahren südkoreanischen Boden und gewinnt


Das Interesse war hoch, die Sicherheitsvorkehrungen auch: Die erste Reise einer nordkoreanischen Sportmannschaft nach Südkorea verlief für den Naegohyang Women’s FC aus Pjöngjang erfolgreich.

Südkorea: Sportteam aus Nordkorea betritt erstmals seit Jahren südkoreanischen Boden und gewinnt

Beim ersten Besuch einer nordkoreanischen Sportmannschaft in Südkorea seit acht Jahren ist dem Naegohyang Women’s FC ein Erfolg gelungen. Das Frauenfußballteam aus Pjöngjang gewann im Halbfinale der asiatischen Champions League bei den Suwon FC Women 2:1. Im Endspiel geht es erneut in Suwon gegen Tokyo Verdy Beleza aus Japan.

Naegohyang drehte bei strömendem Regen einen Rückstand, Suwons Kapitänin Ji So-yun verschoss gut zehn Minuten vor dem Spielende einen Elfmeter. Das Duell war von Fairness geprägt und verlief ohne größere Zwischenfälle.

Jubel beim Naegohyang Women's FC nach dem Spiel

Jubel beim Naegohyang Women's FC nach dem Spiel

Foto: YONHAP / EPA

Das Interesse am seltenen Aufeinandertreffen war enorm: Die 7087 Tickets für den allgemeinen Verkauf waren nach wenigen Stunden vergriffen. Eine große Gruppe von Zuschauern – Vertreter zivilgesellschaftlicher Gruppen, die vom südkoreanischen Vereinigungsministerium unterstützt werden – war im Stadion, um beide Mannschaften anzufeuern. Die Besucher verhielten sich jedoch größtenteils still.

Es gab offiziell keine Gästefans, da Nordkoreanern die Einreise in den Süden untersagt ist und sich die beiden Länder seit 1950 völkerrechtlich betrachtet im Kriegszustand befinden.

Die Ankunft der nordkoreanischen Delegation war am Sonntag unter hohen Sicherheitsvorkehrungen und großem Medieninteresse erfolgt. Die 39 Spielerinnen und Betreuerinnen wurden von Unterstützern südkoreanischer Bürgergruppen empfangen. »We welcome you!«, riefen die Anhänger entlang der abgesperrten Route am Flughafen.

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Die Partie fällt in eine Phase neuer Annäherungsversuche Seouls. Präsident Lee Jae-myung wirbt für Gespräche ohne Vorbedingungen. Experten sehen in dem Spiel die Chance, zumindest minimale Kommunikationskanäle zwischen beiden Seiten zu öffnen. Die Regierung bezeichnete die Begegnung als Chance zur Förderung des »gegenseitigen Verständnisses zwischen den beiden Koreas«.

luc/sid