SpOn 17.05.2026
11:43 Uhr

Südkorea: Erstmals seit acht Jahren betritt ein Sportteam aus Nordkorea südkoreanischen Boden


Es geht um den Einzug ins Finale der asiatischen Champions League: Deshalb reisten die Fußballerinnen des nordkoreanischen Clubs Naegohyang Women’s FC nach Südkorea. Viel Kontakt zwischen den Sportlerinnen soll es aber nicht geben.

Südkorea: Erstmals seit acht Jahren betritt ein Sportteam aus Nordkorea südkoreanischen Boden

Erstmals seit acht Jahren ist wieder eine nordkoreanische Sportmannschaft nach Südkorea gereist. Das Frauenfußball-Team von Naegohyang Women’s FC traf am Sonntag am internationalen Flughafen Incheon ein, um am Halbfinale der asiatischen Champions League teilzunehmen. Der Club aus Pjöngjang spielt am Mittwoch gegen Suwon FC Women. Die Ankunft der Delegation aus Nordkorea erfolgte unter hohen Sicherheitsvorkehrungen und großem Medieninteresse.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, verließen die 39 Spielerinnen und Betreuerinnen in dunklen Jacken und Röcken das Flughafengebäude und wurden von Unterstützern südkoreanischer Bürgergruppen empfangen. Anschließend stieg das Team zügig in einen Bus, der unter Polizeibegleitung abfuhr. Die Nordkoreanerinnen waren über Peking eingereist und sollen während ihres Aufenthalts in einem Hotel in Suwon südlich von Seoul untergebracht werden.

Nach der Ankunft ging es für das Team in einem Bus weiter

Nach der Ankunft ging es für das Team in einem Bus weiter

Foto: Jung Yeon-Je / AFP

Das Interesse an der Partie ist groß: Die mehr als 7000 Tickets waren laut lokalen Berichten innerhalb weniger Stunden vergriffen. Naegohyang Women’s FC, dessen Name auf Koreanisch »Meine Heimatstadt« bedeutet, war 2012 gegründet worden und gewann in der Saison 2021/22 die nordkoreanische Meisterschaft. Bereits in der Gruppenphase des Wettbewerbs im vergangenen Jahr hatte das Team Suwon deutlich 3:0 besiegt.

Vereinigungsministerium unterstützt die Teams

Nach lokalen Medienberichten sollen beide Mannschaften in Südkorea getrennte Essensbereiche und Reisewege nutzen, um direkte Kontakte zu begrenzen. Das Vereinigungsministerium in Seoul unterstützt zudem Bürgergruppen finanziell, die beide Teams beim Spiel begleiten wollen. Die Regierung bezeichnete die Begegnung als Chance zur Förderung des »gegenseitigen Verständnisses zwischen den beiden Koreas«.

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Die Partie fällt in eine Phase neuer Annäherungsversuche Seouls. Präsident Lee Jae-myung wirbt für Gespräche ohne Vorbedingungen. Experten sehen in dem Spiel die Chance, zumindest minimale Kommunikationskanäle zwischen beiden Seiten zu öffnen.

kjo/sid/AFP