SpOn 14.07.2026
13:53 Uhr

Ryanair: Frau schildert Folgen nach Fensterbruch auf Flug nach Memmingen


Er ragte schon ein Stück aus der Maschine hinaus: Der Mann, der sich nach einem Fensterbruch im Flugzeug verletzte, kämpft laut seiner Frau mit psychischen und physischen Folgen.

Ryanair: Frau schildert Folgen nach Fensterbruch auf Flug nach Memmingen

Vier Tage nach dem dramatischen Zwischenfall an Bord eines Ryanair-Fluges hat die Ehefrau des schwer verletzten Passagiers über den Vorfall gesprochen. Ihr Mann sei weiterhin im Krankenhaus und kämpfe mit den Folgen des Ereignisses, sagte Svetlana Grković dem griechischen Rundfunk ERT. Kurz nach dem Start des Fluges war ein Fenster gebrochen, der Mann ragte wohl schon mit Kopf und Schultern heraus.

Er habe direkt vor dem Fenster gesessen, sagte Grković. »Zum Glück war er angeschnallt – der Sicherheitsgurt hat ihm das Leben gerettet.« Sie und andere Passagiere konnten den 61-Jährigen ins Flugzeug zurückziehen. Er habe sich an Nacken und Schulter verletzt und Verbrennungen durch Reibung erlitten. Nach Angaben der Ehefrau trägt er eine Halskrause und steht weiterhin unter Schock.

»Wenn wir sterben, sterben wir zusammen«

»Die Hälfte seines Körpers ragte aus dem Flugzeug«, sagte Grković laut einem Bericht des »Guardian«  der serbischen Nachrichtenagentur Nova. »Ich habe sofort reagiert und seine Beine gepackt.« Sie habe sich gedacht: »Wenn wir sterben, sterben wir zusammen.«

Dreimal habe ihr Mann das Bewusstsein verloren. »Mir ist es wichtig, dass er lebt«, sagte Grković. »Er kann sich nicht verständigen, er kann sich nicht an den ganzen Vorfall erinnern.«

Wie ERT berichtet , hat die Familie einen technischen Gutachter beauftragt. Dieser sei zu dem Schluss gekommen, dass sich ein Bauteil einer der Turbinen gelöst habe, dessen Trümmer dann das Fenster getroffen und zerstört hätten. Durch den plötzlichen Druckunterschied sei eine starke Sogwirkung entstanden. Das griechische Verkehrssicherheitsgremium sowie der technische Gutachter würden das Flugzeug nun überprüfen.

Ryanair bislang zurückhaltend

Kurz nach dem Zwischenfall war nach Angaben von Passagieren ein lauter Knall zu hören. Sauerstoffmasken seien aus der Kabinendecke gefallen, Mitreisende hätten den verletzten Mann festgehalten. Der Pilot brach den Flug von Thessaloniki nach Memmingen ab und kehrte an den griechischen Flughafen zurück. Für die Passagiere gab es später eine Ersatzmaschine.

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Ryanair bestätigte den Vorfall. Demnach habe sich kurz nach dem Start ein Passagierfenster gelöst. Zu den Ursachen äußerte sich die Fluggesellschaft bislang nicht.

Laut Daten der Plattform »FlightRadar24« war dasselbe Flugzeug bereits am Tag vor dem Zwischenfall vorzeitig zum Startflughafen zurückgekehrt. Auf SPIEGEL-Anfrage machte Ryanair zunächst keine Angaben zu den Gründen.

esw/dpa