Vier Teenager sollen in der Nacht auf Freitag einen Sprengsatz an einer Synagoge in Rotterdam gezündet haben. Polizisten nahmen die verdächtigen Männer im Alter von 17 bis 19 Jahren kurz nach der Explosion fest. Nun haben die Ermittler in den Niederlanden weitere Erkenntnisse zu der Tat gesammelt, laut der Staatsanwaltschaft gehen sie mittlerweile von einem Terrorangriff aus.
Die Verdächtigen stünden im Verdacht, für »eine Explosion, Brandstiftung und versuchte Brandstiftung, alles mit terroristischer Absicht« verantwortlich zu sein, teilt die Staatsanwaltschaft Rotterdam mit. Der Anschlag habe darauf abgezielt, »einer Bevölkerungsgruppe, in diesem Fall der jüdischen Gemeinschaft, ernsthafte Angst einzuflößen«.
Die vier Teenager sollen den Sprengsatz am Freitag gegen 3:40 Uhr gezündet haben. Daraufhin habe sich ein kleiner Brand in der Synagoge entwickelt, heißt es nun von der Staatsanwaltschaft. Verletzt wurde niemand. Um welche Art von Sprengsatz es sich handelte, teilen die Ermittler bislang nicht mit.
Die Verdächtigen wurden kurz nach der Explosion an einem Fahrzeug festgenommen, das in der Nähe einer weiteren Synagoge in Rotterdam entdeckt worden war. Das Auto war der Polizei demnach durch das Fahrverhalten aufgefallen. Ob auch bei der zweiten Synagoge ein Brandanschlag geplant war, war zunächst unbekannt.
Der zuständige Richter ordnete nun an, die Verdächtigen für weitere zwei Wochen in Haft zu behalten, während die Ermittlungen fortgesetzt werden. Zwei der Verdächtigen sind 19 Jahre alt, einer 18 und ein weiterer 17.
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Der Anschlag werde Ängste bei der jüdischen Gemeinschaft schüren, hatte der Vorsitzende der Synagoge, Chris den Hoedt, gesagt. Er sprach von »einem gezielten Angriff auf eine niederländische Glaubensgemeinschaft«.
Justizminister David van Weel hatte bereits kurz nach der Tat von einem gezielten Anschlag mit vermutlich antisemitischem Hintergrund gesprochen. Die jüdische Gemeinschaft sei bereits länger Zielscheibe von Gewalt und Bedrohung.
Die Rotterdamer Bürgermeisterin Carola Schouten hatte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zugesagt: »In Rotterdam ist kein Platz für Antisemitismus, Einschüchterungen, Gewalt und Hass gegen Religionsgemeinschaften.«
