SpOn 07.09.2026
13:23 Uhr

Ratko Mladić: EU verurteilt »Verherrlichung von Kriegsverbrecher« bei Beisetzung in Belgrad


Ratko Mladić war mitschuldig am Tod von Tausenden. In Belgrad bekommt der Kriegsverbrecher, dessen Name untrennbar mit dem Massaker von Srebrenica verbunden ist, ein großes Begräbnis.

Ratko Mladić: EU verurteilt »Verherrlichung von Kriegsverbrecher« bei Beisetzung in Belgrad

In Serbien hat die Trauerfeier für den verstorbenen Kriegsverbrecher Ratko Mladić begonnen. Angesichts der Feierlichkeiten zur Beisetzung Mladićs hat die EU die »Verherrlichung von Kriegsverbrechern« verurteilt. Ebenso wie die »Leugnung von Völkermord« und ein allgemeiner Revisionismus widerspreche dies den »grundlegendsten europäischen Werten« und habe »keinen Platz in der EU oder in EU-Beitrittskandidaten«, erklärte ein Sprecher des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) in Brüssel.

In der serbischen Hauptstadt hatten am Morgen die Feierlichkeiten zur Beisetzung Mladićs begonnen. Der ehemalige bosnisch-serbische Armeechef war am 27. August in einem Krankenhaus im niederländischen Den Haag gestorben, wo er eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995 verbüßte.

Flagge mit Mladić-Porträt in Belgrad

Flagge mit Mladić-Porträt in Belgrad

Foto: Uros Arsic / REUTERS

Die EU stehe in Solidarität »mit allen Opfern, Überlebenden und ihren Familien, die unter Kriegsverbrechen in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien gelitten haben«, erklärte der Sprecher. Brüssel unterstütze alle Länder des westlichen Balkans in ihren Bemühungen zur »Förderung von Versöhnung und regionaler Stabilität«.

Mladićs Name ist untrennbar mit dem Massaker von Srebrenica im Juli 1995 verbunden, bei dem bosnisch-serbische Truppen unter seinem Kommando die Uno-Schutzzone gestürmt und etwa 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet hatten. Mladić wird trotz seiner Verurteilung von Teilen der serbischen Bevölkerung weiter als »Held« verehrt.

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Serbien ist seit 2012 offizieller EU-Beitrittskandidat. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sagte wegen der Ehrung Mladićs einen für diese Woche geplanten Besuch in Serbien ab. Der serbische Präsident Aleksander Vučić wies die Kritik an den Feierlichkeiten zurück.

Lesen Sie auch: Als General der bosnischen Serbenarmee ließ er Sarajewo belagern. In Srebrenica beging seine Soldateska 1995 das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Ein Nachruf auf Ratko Mladić, den Schlächter vom Balkan .

naw/AFP