Haben diese Aufnahmen heute noch Sprengkraft? Als sie noch mit dem heutigen König Charles III. verheiratet war, sprach Diana, Princess of Wales, ausführlich über ihr unglückliches Leben in der britischen Königsfamilie. Heimlich, aber deutlich.
Dianas Freund, der Arzt James Colthurst, schmuggelte die Kassettenaufnahmen aus dem Palast und gab sie an den Autor Andrew Morton weiter. Morton nutzte sie als Grundlage für sein Buch »Diana: Her True Story«, das Anfang der Neunzigerjahre große Wellen schlug und erst zur Trennung, dann zur Scheidung des damaligen Thronfolger-Paars führte.
Nun sollen diese Aufnahmen erstmals in einer dreiteiligen Dokuserie zu hören sein, die zum 30. Todestag Dianas 2027 erscheinen soll.
»Diana: The Unheard Truth« basiert den Angaben zufolge auf rund fünf Stunden Material aus dem Jahr 1991. Diana spricht darin über Charles, über Camilla, über ihre Söhne William und Harry – und auch über weitere Personen aus dem Umfeld der Royals.
2017 sagte Morton der »Times« , das erste Anhören der Aufnahmen sei »wie ein Paralleluniversum« gewesen – Diana habe über Unglück, Verrat und Isolation gesprochen und dabei sehr persönliche Themen angeschnitten. »Während sie sprach, machte sie drei erstaunliche Enthüllungen: ihre Selbstmordversuche, ihre Essstörung und die Liebe ihres Mannes zu einer Frau namens Camilla«.
Bislang bekam die Öffentlichkeit nur Auszüge der Aufnahmen zu hören. Die Produktionsfirma Love Monday, die mit Morton und Colthurst zusammenarbeitet, verspricht nun eine »aufschlussreiche« Serie, die die öffentliche Wahrnehmung Dianas nach dem damaligen Buch von Morton erneut verändern könne.
Colthurst und Morton sollen in der Doku gemeinsam mit Verleger Michael O’Mara auftreten. Weitere Gäste seien unter anderem Dianas Schulfreundin Delissa Needham, ihr Friseur Sam McKnight, Astrologin Penny Thornton und ihr Vertrauter Wayne Sleep, berichtet der Branchendienst »Deadline« .
»Wenn Diana zu Lebzeiten sprach, hörte die Welt zu«, erklärten die Produzenten. Die neu aufgetauchten Aufnahmen böten eine seltene Gelegenheit, Dianas Perspektive erneut zu hören, und ihr Vermächtnis als Ausdruck von Selbstbestimmung, Mut und Liebe anzuerkennen.
Klar ist schon jetzt: Für Charles III., der gerade eine sehr erfolgreiche, diplomatisch schwierige Mission in den USA abgeschlossen hat, dürfte über die Nachricht nicht erfreut sein, dass Diana noch einmal zu Wort kommen wird. Denn was auch immer sie damals heimlich auf die Kassetten gesprochen hat: Schmeichelhaft für Charles wird es nicht gewesen sein.
