SpOn 17.09.2026
20:45 Uhr

Polen: Donald Tusk warnt vor russischen Drohnenangriffen auf Ukraine-Verbündete


Polens Regierungschef Donald Tusk spricht von einem »russischen Plan«, Ukraineunterstützer anzugreifen. Ziel sei, den Zusammenhalt in der Nato zu schwächen.

Polen: Donald Tusk warnt vor russischen Drohnenangriffen auf Ukraine-Verbündete

Der polnische Regierungschef Donald Tusk hat vor russischen Angriffen auf Verbündete der Ukraine mit Drohnen und Raketen gewarnt. »Der russische Plan« umfasse nach Geheimdienstinformationen »hybride Angriffe« auf Länder, welche die von Russland angegriffene Ukraine unterstützten, sagte Tusk im Parlament in Warschau. Dies betreffe auch Polen.

Es bestehe ein »reales Risiko«, dass Drohnen auf das Gebiet eines oder mehrerer Nato-Staaten an der Ostflanke des Verteidigungsbündnisses stürzten, sagte der Ministerpräsident. Diese könnten zu Zerstörungen führen. Moskaus offizielle Darstellung werde sein, »dass es sich um einen Unfall handelt«, so Tusk. Ziel sei es, den Zusammenhalt innerhalb der Nato zu schwächen.

In den vergangenen Monaten gab es wiederholt Drohnenvorfälle in osteuropäischen Nato-Ländern, darunter in Polen, das unter anderem an die russische Exklave Kaliningrad, das mit Russland verbündete Belarus und an die Ukraine grenzt. Auch die baltischen Staaten melden regelmäßig ähnliche Vorfälle. Unter anderem stürzten im Mai zwei aus Russland kommende Drohnen in Lettland ab.

In Leipzig war eine mit Sprengstoff präparierte Drohne in der Nacht vom 4. auf den 5. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung sieht einen russischen Geheimdienst als Urheber des versuchten Sprengstoffanschlags.

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Am vergangenen Wochenende traf eine russische Drohne in der Ukraine einen Zug nahe der Grenze zu Polen. In einem anderen Zug unweit davon saßen bekannte Politiker wie der schwedische Ex-Premier Carl Bildt, Großbritanniens Ex-Premier Boris Johnson oder die ehemalige finnische Premierministerin Sanna Marin. Auch Günter Sautter, außen- und sicherheitspolitischer Berater von Kanzler Friedrich Merz, saß in einem der zwei Sonderzüge.

Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist ein wichtiger Umschlagort für militärische und humanitäre Hilfsgüter der Unterstützerländer für die Ukraine. Polen hat Russland seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wiederholt Sabotage vorgeworfen. Tusk will am Freitag in die Ukraine reisen.

Die Kremltruppen nehmen immer häufiger Länder an der Nato-Ostflanke ins Visier. Vor allem Polen ist das Ziel hybrider Angriffe. Lesen Sie hier  den ganzen Text darüber, warum die Angriffe 2027 noch schlimmer werden könnten.

fwu/AFP