US-Präsident Donald Trump hat die japanische Regierungschefin Sanae Takaichi mit einem historischen Vergleich zu Pearl Harbor irritiert. Bei ihrem Besuch im Weißen Haus sprach Trump darüber, dass die USA beim Angriff auf Iran das Überraschungsmoment genutzt hätten. »Wer kennt sich mit Überraschungen besser aus als Japan«, sagte Trump auf die Frage eines Journalisten, warum Trump Verbündete nicht über die Angriffspläne informiert habe. Dafür bekam er Gelächter im Raum.
»Warum haben sie mir nichts über Pearl Harbor gesagt«, fragte Trump dann an die Japaner gerichtet. Er glaube, Japan setze noch viel stärker auf Überraschungen als die USA. Takaichi richtete sich daraufhin sichtlich angespannt in ihrem Sessel auf und blickte in die Richtung ihrer Delegation.
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Trump bricht lange geltendes Tabu
Scharfe Rhetorik über den japanischen Angriff auf Pearl Harbor war in den diplomatischen Beziehungen der USA gegenüber Japan jahrzehntelang ein Tabu. Nach dem Angriff am 7. Dezember 1941 traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, im August 1945 warfen sie zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki.
Milde Töne vonseiten der USA rund um das Thema galten als wichtige Säule im Friedensprozess zwischen den beiden Ländern.
Wie die »New York Times« berichtet , nutzte Präsident Harry S. Truman nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den Angriff, um die Umgestaltung der japanischen Gesellschaft während der US-Besatzung und zur Einführung einer pazifistischen Verfassung zu rechtfertigen.
Sehen Sie hier die SPIEGEL-TV-Dokumentation »Der Weg in den Krieg«.
