In Pakistan sind bei einem Anschlag auf einen Zug mit Soldaten mindestens 24 Menschen getötet worden, manche Quellen sprechen sogar von 30 Toten. Wie ein hochrangiger Behördenvertreter sagte, wurden bei der Bombenexplosion in der Unruheprovinz Belutschistan im Südwesten Pakistans am Sonntag zudem mehr als 50 Menschen verletzt.
Der Zug, der Armeeangehörige und deren Familienmitglieder beförderte, sollte den Angaben zufolge von der Provinzhauptstadt Quetta nach Peschawar im Nordwesten Pakistans fahren, als er an einem Bahnübergang in Chaman Pattak in Quetta von einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug gerammt wurde. Dies habe eine »gewaltige Explosion« zur Folge gehabt, sagte der Behördenvertreter.
Auf Bildern vom Anschlagsort war ein entgleister und stark beschädigter Waggon zu sehen. Menschen kletterten auf der Suche nach Überlebenden auf das Wrack und trugen blutüberströmte Opfer hinaus. Auch umliegende Gebäude und Fahrzeuge wurden durch die Explosion beschädigt.
Ein Polizeisprecher hat der Nachrichtenagentur dpa bestätigt, dass sich eine Separatistengruppe namens Majeed Brigade, die für die Unabhängigkeit von Pakistan kämpft, für den Anschlag verantwortlich erklärt hat.
Krieg zwischen Armee und Separatisten
Belutschistan liegt an der Grenze zu Afghanistan und Iran und ist die größte Provinz Pakistans. Seit Jahrzehnten kämpfen dort separatistische Milizen wie die Belutschistan-Befreiungsarmee (BLA) gegen die Sicherheitskräfte, auch Islamisten wie die pakistanischen Taliban sind aktiv.
Trotz hoher Rohstoffvorkommen ist Belutschistan allerdings auch die ärmste Provinz Pakistans und hinkt bei Bildung, Arbeit und wirtschaftlicher Entwicklung dem Rest des Landes hinterher. Die BLA wirft der pakistanischen Regierung vor, die Ressourcen der Region auszubeuten, ohne dass die lokale Bevölkerung davon profitiert.
Einen verheerenden Angriff führten die Separatisten im Januar aus: Wie die pakistanische Armee damals berichtete, kamen wohl mindestens 125 Menschen ums Leben. Die Milizen griffen an mehreren Orten an, vor allem aber in der Provinzhauptstadt Quetta und in Gwadar. Dabei seien 18 Zivilisten und 15 Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet worden. Zudem starben laut Militär 92 Aufständische, darunter drei Selbstmordattentäter.
