SpOn 09.09.2026
13:12 Uhr

OpenAI: ChatGPT-Entwickler meldet Lösung eines Milleniumproblems


Wer sie knackt, bekommt eine Million Dollar: KI-Entwickler OpenAI behauptet, eines der sieben berühmten »Milleniumprobleme« der Mathematik gelöst zu haben – angeblich in nur 88 Stunden.

OpenAI: ChatGPT-Entwickler meldet Lösung eines Milleniumproblems

Sie sind besser im Schach, können riesige Datenmengen auswerten und sogar komponieren: KI-Systeme sind dem Menschen in vielerlei Hinsicht überlegen. Nun könnte sich die Technologie anschicken, die komplexesten Bereiche der Mathematik grundlegend zu verändern.

Das Softwareunternehmen OpenAI behauptet, ihre neueste Technologie habe eines der sieben sogenannten Milleniumprobleme der Mathematik gelöst. Das Clay Mathematics Institute mit Sitz in Denver, USA, hatte die Rätsel im Jahr 2000 ausgewählt und jeweils eine Million Dollar Preisgeld ausgelobt für die erste Lösung des Problems. Bisher ist nur eines der Matherätsel geknackt worden.

Lösung in nur 88 Stunden

In dem konkreten Fall geht es um das sogenannte Navier-Stokes-Problem. Die Gleichungen beschreiben die Bewegung von Wasser und anderen Flüssigkeiten und werden beispielsweise für Wettervorhersagen verwendet. Das Navier-Stokes-Problem geht grob gesagt der Frage nach, ob diese Gleichungen in der Theorie vollständig versagen könnten.

OpenAI, das auch ChatGPT entwickelt hat, behauptet jetzt, eines ihrer neuesten KI-Modelle hätte das Problem in nur 88 Stunden gelöst. Das System ist nicht öffentlich verfügbar. Der OpenAI-Forscher Sébastien Bubeck sprach laut »New York Times«  von einem spektakulären Höhepunkt. Laut Fachleuten hat die Lösung des Problems aber keinen eindeutigen praktischen Nutzen.

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Nach eigenen Angaben hat das Softwareunternehmen riesige Teams von 10.000 KI-Agenten eingesetzt, um das Matherätsel zu knacken. Diese können mithilfe künstlicher Intelligenz selbstständig Entscheidungen treffen. Forscher hätten die zentralen Ideen zwischen diesen Teams weitergegeben, heißt es von OpenAI. Am Dienstag veröffentlichte das Unternehmen ein Papier,  das die Lösung beschreibt. Unabhängige Fachleute sollen dadurch nachvollziehen können, wie die Agenten das Problem gelöst haben.

Laut »New York Times« dürfte die Lösung des Problems, sollte sie tatsächlich gelungen sein, Millionen Dollar gekostet haben – allein schon wegen der enormen Menge an Energie, die für solche Berechnungen benötigt werden.

Streit unter Mathematikern

Schon Tage vor der Bekanntmachung hatte es in sozialen Netzwerken Gerüchte über eine mögliche Lösung des Navier-Stokes-Problems gegeben, berichtet die Wissenschaftsplattform Spektrum . So hatten die Mathematiker Tristan Buckmaster von der New York University und Levent Alpöge von OpenAI-Konkurrent Anthropic erst kürzlich neueste Fortschritte bei der Lösung des Problems  veröffentlicht.

Buckmaster wirft OpenAI vor, bei ihm abgekupfert zu haben, was das Unternehmen bestreitet. Die Wissenschaftler von OpenAI hätten zwar verstärkt an dem Problem gearbeitet, nachdem sie erfahren hatten, dass auch andere an der Lösung dran seien. OpenAI betonte jedoch, es habe keinerlei Einblick in deren Arbeit gehabt.

Bisher ist der Mathematiker Grigori Perelman der Einzige, der eines der Millenium-Probleme gelöst hat. Ihm gelang es Anfang der Nullerjahre die sogenannte Poincaré-Vermutung zu beweisen. Das Preisgeld lehnte Perelman, der als Eigenbrötler gilt, jedoch ab – ebenso wie die Fields-Medaille, die wohl größte Auszeichnung der Mathematik.

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koe