SpOn 22.09.2026
18:37 Uhr

Olympia in Deutschland: Kommission setzt München vor Rhein-Ruhr und Berlin


Am Samstag wird entschieden, mit welchem Standort sich Deutschland um Olympische Sommerspiele bewerben will. Jetzt wurden die Bewerbungen evaluiert: München hat die meisten Punkte, knapp gefolgt von Rhein-Ruhr. Berlin ist abgeschlagen.

Olympia in Deutschland: Kommission setzt München vor Rhein-Ruhr und Berlin

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Ergebnisse der Olympiakandidaten-Evaluierung vorgelegt. Die Münchner Bewerbung liegt dabei mit 87,03 von 100 möglichen Punkten vor der Rhein-Ruhr-Bewerbung mit Köln als »Leading City« (85,02 Punkte). Mit einigem Abstand landete Berlin (74,6 Punkte) auf dem dritten Platz. Die Hamburger Bewerbung war nach einem negativen Referendum zurückgezogen worden.

Am kommenden Samstag wird in Baden-Baden auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB der deutsche Kandidat für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 und 2044 gewählt. Für einen Sieg ist die absolute Mehrheit der Stimmen nötig.

Stimmberechtigt sind dabei jedoch nicht alle DOSB-Mitgliedsverbände, sondern nur die olympischen Fachverbände, das DOSB-Präsidium sowie acht persönliche Mitglieder des DOSB, darunter auch der Fußballprofi Leon Goretzka. Sie sind nicht an die Ergebnisse der Evaluierung gebunden und dürfen frei entscheiden.

DOSB hält alle Konzepte für wählbar

Die Evaluierung des DOSB prüfte die Bewerbungsunterlagen in den Bereichen »Internationale Wettbewerbsfähigkeit und nationale Akzeptanz«, »sportfachliche und operative Eignung«, »Vision und Legacy«, »Kosten und Finanzierung« sowie »Infrastrukturelle Sonderprojekte«.

Alle Konzepte seien »international wettbewerbsfähig und wirtschaftlich darstellbar« sowie »geeignet, Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland erfolgreich durchzuführen«, lautet die Zusammenfassung der Kommission, die festhielt, dass »alle drei Konzepte bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung 2026 wählbar sind«.

Berlin ragt bei der internationalen Strahlkraft mit dem Höchstwert 100 Punkte heraus, wurde aber in einigen Detailkategorien und insbesondere bei der Stabilität schlechter bewertet als die Kontrahenten.

Linken-Wahlergebnis wirft Berlin noch weiter zurück

Beim Konzept Rhein-Ruhr sind die Reisezeiten in der Bewertung der Minuspunkt, stark schnitt die Bewerbung aus NRW beim Eventpotenzial ab. Das Konzept von München, 1972 letzter deutscher Olympia-Gastgeber, wurde am ausgeglichensten bewertet, volle Punktzahl gab es bei der Stabilität.

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In München (66,4 Prozent) und NRW (66) hatten sich bei Abstimmungen jeweils Mehrheiten für eine Bewerbung gefunden. In Berlin wurde keine Befragung durchgeführt, dafür gab es einen positiven Senatsbeschluss. Bei der Wahl am vergangenen Sonntag setzte sich jedoch die olympiakritische Partei Die Linke durch und bekräftigte bereits, kein Interesse an einer Bewerbung zu haben.

bka/sid/dpa