Oans, zwoa, drei – pleite. Kaum etwas steht im Ausland so repräsentativ für Deutschland wie das Münchner Oktoberfest. Doch das größte Volksfest der Welt geht auch 2026 ganz schön ins Geld. Was die Stadt daran verdient, wie viel Euro Sie für einen Besuch auf der Theresienwiese einplanen sollten und warum Blasmusik Teil des neuen Sicherheitskonzepts ist: Hier kommt der große Wiesn-Überblick.
Wann und wo findet das Oktoberfest statt?
Das Münchner Oktoberfest beginnt 2026 am 19. September (Samstag) und dauert bis zum 4. Oktober (Sonntag). Bereits 1872 wurde der Beginn des Oktoberfests in den September vorverlegt. Der Grund: längere Abende und besseres Wetter – so die Hoffnung der Veranstalter. Es gilt als größtes Volksfest der Welt, im vergangenen Jahr kamen rund 6,5 Millionen Besucher. Die Wiesn findet zum insgesamt 191. Mal statt und wird wie üblich auf der Theresienwiese in München ausgetragen, einem großen Festplatz im Stadtteil Ludwigsvorstadt.
Bereits Ende Juni begannen die Aufbauarbeiten, also vor fast drei Monaten. Der Anstich, der live im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen wird, erfolgt am 19. September um zwölf Uhr mittags. Der Oberbürgermeister zapft traditionell im Schottenhamel-Festzelt das erste Bier. In diesem Jahr ist das zum ersten Mal Dominik Krause von den Grünen.
Besucher und Besucherinnen erreichen das Gelände mit der U-Bahn (Stationen Theresienwiese, Goetheplatz, Poccistraße und Schwanthalerhöhe) oder der S-Bahn (Station Hackerbrücke). Im Veranstaltungszeitraum fahren S- und U-Bahn sowie Bus und Tram häufiger als sonst.
Das Bier
Ein-Liter-Krüge: Etwa 6,5 Millionen Maß Bier wurden 2025 auf dem Oktoberfest ausgeschenkt
Foto: Wolfgang Maria Weber / IMAGOWie teuer ist ein Bier auf dem Oktoberfest?
Die Bierpreise auf dem Oktoberfest entwickeln sich seit Jahrzehnten nur in eine Richtung: nach oben. Kostete eine Maß im Jahr 2012 noch zwischen 9,10 und 9,50 Euro, liegt sie in diesem Jahr schon zwischen 14,80 und 15,90 Euro. Wie die Stadt München mitteilte, erhöhen die Gastronomen den Bierpreis im Vergleich zur zurückliegenden Wiesn im Schnitt um 2,38 Prozent.
Doch auch alkoholfreie Getränke sind nicht günstig. Ein Liter Tafelwasser kostet nach Angaben der Stadt im Schnitt 11,13 Euro (nach 10,95 Euro im vergangenen Jahr), Spezi 12,84 Euro (2025: 12,48 Euro) und Limonade 12,47 Euro (2025: 12,11 Euro).
Welches Bier es gibt, hängt vom jeweiligen Zelt ab, in dem Sie sich befinden. Es muss allerdings von einer der sechs großen Münchner Brauereien stammen: Augustiner-Bräu, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spatenbräu. Diese stellen in der Regel für die Wiesn ein spezielles Bier her, das etwas stärker ist. In den vergangenen Jahren waren vier bis fünf Prozent des ausgeschenkten Biers alkoholfrei.
Welche Bierzelte gibt es?
Auf dem Oktoberfest gibt es 14 große und 21 kleine Festzelte. In der Regel öffnen die meisten unter der Woche um zehn Uhr und an Wochenenden sowie dem 3. Oktober um neun Uhr. Schankschluss ist bis auf ein paar Ausnahmen (z. B. Käfer Wiesn-Schänke und Kufflers Weinzelt) um 22.30 Uhr, die meisten Zelte schließen dann um 23.30 Uhr. Zu den großen Zelten gehören:
Seit 2010 gibt es zudem einen historischen Bereich, die »Oide Wiesn« (»Alte Wiesn«). Für vier Euro Eintritt (Kinder bis 14 Jahren kostenlos) gibt es hier historische Fahrgeschäfte für je 1,50 Euro und nostalgisch gestaltete Bierzelte, in denen »geschuhplattelt« oder gesungen wird und das Bier in Steinkrügen (»Keferloher«) kommt. Die »Oide Wiesn« hat sich zu einem beliebten Ort für Familien, ältere Semester und Einheimische entwickelt, weil es hier ruhiger und beschaulicher zugeht. Weniger Betrunkene, weniger Gedränge und weniger Schlager.
Die Geschichte
Wer hat’s erfunden?
Als Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 in München heirateten, ahnten sie wohl nicht, welche Ausmaße das Fest zwei Jahrhunderte später haben würde. Die Feierlichkeiten damals dauerten fünf Tage und endeten mit einem Pferderennen am 17. Oktober. Bereits damals wurden die Feierlichkeiten als »Volksfest« bezeichnet und auf der nach Prinzessin Therese benannten Wiese begangen.
Durch ein Bündnis mit den Franzosen unter Napoleon hatte Bayern neue Gebiete hinzugewonnen. Kulturell unterschiedlich geprägte Gruppen galt es zusammenzubringen. Die erst wenige Jahre vor dieser Hochzeit ausgerufene Monarchie konnte etwas Patriotismus in der Bevölkerung gebrauchen.
Die Feierlichkeiten kamen also zur rechten Zeit. In den darauffolgenden Jahren wurde das Fest erst vom bayerischen Landwirtschaftsverein privat finanziert, seit 1819 von der Stadt München. Bis in die 1930er-Jahre blieb das Pferderennen fester Bestandteil der Feierlichkeiten.
Hinzu kamen bald Schaukeln, Kegelbahnen und Kletterbäume sowie 1818 die ersten Schausteller und 1908 die erste Achterbahn Deutschlands, die »Riesen-Auto-Luftbahn«. Unter den Attraktionen waren auch rassistische Vorführungen wie Völkerschauen oder diskriminierende Darbietungen sogenannter menschlicher Abnormitäten. Auch Tiere wurden regelmäßig gezeigt: So ließ 1907 der Hamburger Zoodirektor Carl Hagenbeck 70 dressierte Eisbären eine Rutsche hinuntergleiten.
1938 wurde das Oktoberfest zum »großen Deutschen Volksfest« erklärt und zu einer großen Propagandaschau der Nationalsozialisten.
Bereits um die Jahrhundertwende verwandelten Wirte und Brauereien kleine gezimmerte Buden langsam in immer größere beleuchtete Zelte, auch »Bierburgen« genannt. Es entwickelten sich schließlich die 14 großen Festhallen, die mit einem Zelt im eigentlichen Sinne recht wenig zu tun haben.
Laut einer Legende ist sogar Albert Einstein mit der Geschichte des Oktoberfests verbunden. Denn die Elektronische Fabrik J. Einstein & Cie, soweit stimmt die Geschichte, installierte Ende des 19. Jahrhunderts die Lampen im Oktoberfestzelt der Schottenhamels. Sohn Albert Einstein soll als Aushilfe Leuchten in den Himmel des Zelts geschraubt haben. Belegen lässt sich das allerdings nicht.
Das Oktoberfest-Attentat 1980
Ein weiterer großer Einschnitt in der Geschichte des Volksfests war das Oktoberfest-Attentat. Am 26. September 1980 um 22.19 Uhr explodierte in einem Papierkorb am Haupteingang ein selbst gebauter Sprengkörper. Das Attentat eines Neonazis tötete zwölf Gäste, mehr als 200 wurden verletzt. Erst 2020 wurden Ermittlungen zu möglichen Hinterleuten eingestellt. Heute erinnert ein Denkmal neben dem Haupteingang an den Bombenanschlag. Die diesjährige Gedenkveranstaltung der Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes findet am 26. September von 8 Uhr an neben dem Denkmal statt.
Der Besuch
Sicherheit auf dem Oktoberfest
2025 ging nicht mehr vorwärts, nichts zurück – am zweiten Samstag, am sogenannten Italiener-Wochenende, drängten sich so viele Besucherinnen und Besucher auf der Theresienwiese, dass das Festgelände geschlossen wurde. Wohl nur knapp entging das größte Volksfest der Welt einer Massenpanik. Die Überfüllungssituation sei zu spät erkannt worden, sagte Wiesn-Chef Christian Scharpf gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Man habe massiv nachgesteuert: 2026 sollen unter anderem 50 KI-gestützte Kameras dabei helfen, das Fest sicherer zu machen, sogenannte Crowdspotter sollen die Menschenmassen beobachten und Durchsagen machen. Zusätzlich sollen Datenauswertungen des Fraunhofer-Instituts helfen.
Wie die Stadt bereits mitgeteilt hat, soll bei dem Ziel, die Wiesn sicherer zu machen, auch die Blasmusik eine Rolle spielen. Um den Besuch der Wiesn auch unter der Woche für internationale Gäste attraktiver zu machen, soll die Musik in den Zelten eine Stunde früher beginnen dürfen.
Straftaten und Verletzte gibt es auch wegen des ausgiebigen Alkoholkonsums dennoch jedes Jahr. 2025 wurden laut dem Polizeipräsidium München 784 Straftaten angezeigt, darunter 72 Sexualdelikte und 24 Maßkrugschlägereien. Es gab demnach 1598 Polizeieinsätze.
Oktoberfest in München: Ausgefeiltes Sicherheitskonzept auf der Theresienwiese
Foto: Frank Hoermann / Sven Simon / IMAGOWegen der zahlreichen Übergriffe befindet sich neben der Polizeiwache ein »Safe Space für Mädchen* und Frauen*«. Alle Informationen dazu finden Sie hier . Kristina Gottlöber von der Beratungsstelle Imma sprach 2024 mit dem SPIEGEL über sexuelle Gewalt auf dem Oktoberfest. Das gesellschaftliche Bewusstsein habe sich verändert, sagt sie. Vor zehn Jahren hätten sie noch Sätze gehört wie »Wenn es dir nicht gefällt, dass dir jemand an den Arsch fasst, darfst du nicht auf die Wiesn gehen.« Solche Aussagen seien heute verpönt. Dennoch komme es immer wieder zu Übergriffen. 355 Mädchen und Frauen suchten laut Imma 2024 den Safe Space auf.
Muss man Tracht tragen?
Nein. Der Trend zur Tracht auf dem Oktoberfest kommt und geht. Vor vierzig Jahren etwa gingen kaum junge Menschen in Dirndl oder Lederhose auf das Fest. »Bis in die Neunzigerjahre war total klar: Alles, was Tracht oder Loden ist, ist irgendwie schwarz und konservativ belegt«, erzählte Dirndlforscherin Simone Eggers 2023 in einem SPIEGEL-Interview. Das änderte sich spätestens in den Nullerjahren. Als sich Promis in Tracht von der Klatschpresse fotografieren ließen, feierten Dirndl und Lederhosen mit neuen Designs ein Comeback. Inzwischen ist Tracht auf dem Oktoberfest wieder weitverbreitet. Egal, ob mit Turnschuhen oder mit traditionellen »Haferlschuhen«, den klobigen Trachtenexemplaren, ob im Karnevalskostüm oder im teuren Luxusprodukt – alles ist dabei.
Seit den Achtzigern hält sich zudem die Regel zur Dirndl-Schleife, bei der niemand so ganz weiß, wie sie entstanden ist. Wer die Schleife des Dirndls links bindet, ist demnach Single, rechts signalisiert »vergeben«, und wer keine Kellnerin ist und die Schleife hinten bindet, ist verwitwet. Eine lange Tradition oder tiefere Bedeutung hat das Dirndlschleifengebot aber nicht.
Servus! Hallo oder Tschüss!
A Maß Bier (gesprochen wie »Mass«): ein Liter Bier im Maßkrug
Noagerl: der letzte Rest in einem Maßkrug
Noagerlzuzler: Jemand, der Bierreste (siehe Noagerl) zusammenkippt und trinkt (meist als Beleidigung)
An guadn! Guten Appetit!
Gaudi: Spaß
Fesch: schick
Gschbusi: Liebhaberin oder Liebhaber
Bazi: Schlingel
Schmarrn: Blödsinn
O’zapft is! Es ist angezapft! (Eröffnungsspruch zum Beginn der Wiesn)
»Oans, zwoa, drei – gsuffa!« – »Eins, zwei, drei – getrunken!«, in allen Zelten vertretener und von einem Lied begleiteter Trinkspruch
Wie viel Geld braucht man fürs Oktoberfest?
Auch wenn – mit Ausnahme der »Oidn Wiesn« – kein Eintritt verlangt wird: Billig wird das Ganze in der Regel nicht. Besucherinnen und Besucher sollten sich auf stolze Preise einstellen. Nicht nur Bier wird immer teurer, sondern auch das Essen. So kann ein halbes Hendl (Brathähnchen) rund 24 Euro kosten. Seit ein paar Jahren gibt es vegetarische und vegane Alternativen zu ähnlichen Preisen. Die zahlreichen Fahrgeschäfte rufen Preise zwischen drei und zehn Euro pro Person auf. Wenn Sie zwei Maß Bier, eine ordentliche Mahlzeit und den Besuch von zwei Fahrgeschäften einplanen, sollten Sie mindestens 80 bis 100 Euro dabeihaben.
Beispiel: Was ein Tag auf der Wiesn kosten könnte
33 Euro | 2 Maß Bier mit Trinkgeld |
23 Euro | 1 halbes Hendl / Käsespätzle |
7 Euro | 1 große Brezn / 1 Steckerlfisch |
6 Euro | gebrannte Mandeln / Schokofrüchte |
9 Euro | 1 x Riesenrad / Riesen-Kettenkarussell |
8 Euro | 1 x »Wilde Maus« |
6 Euro | 1 x »Toboggan« / Dosenwerfen |
7 Euro | 1 Lebkuchenherz |
99 Euro | Gesamt* |
*Natürlich variieren die Preise je nach Zelt und Plänen.
Das hier ist eine Beispielrechnung mit Preisen,
die sich an den vergangenen Jahren orientieren.
Geld sparen lässt sich beim Essen mittags von Montag bis Donnerstag – hier bieten viele Zelte als »Mittagswiesn« günstigere Gerichte an. Ansonsten kostet das Essen an Buden außerhalb der Zelte etwas weniger als drinnen. Bei den Fahrgeschäften können Familien an den Dienstagen (22. und 29. September) Geld sparen: Hier kosten viele Attraktionen bis 19 Uhr für Kinder und Familien weniger.
Auch wer einen Platz im Zelt ohne Reservierung ergattern will, sollte besser unter der Woche kommen. Nicht selten werden die Zelte an Wochenenden oder am Abend wegen Überfüllung geschlossen.
In den allermeisten Zelten werden neben Bargeld auch digitale Zahlungsmethoden akzeptiert, im Schottenhamel-Zelt lässt sich mit QR-Code bezahlen. Immer noch gibt es aber auch Zelte, Buden und Fahrgeschäfte, die nur Bargeld akzeptieren.
Geschmorter Ochsenbraten: Mehr als 30 Euro für ein Wiesn-Gericht
Foto: Frank Hoermann / Sven Simon / IMAGOWie bekommt man einen Tisch, und was kostet eine Reservierung?
Ein Teil der Tische in den großen Zelten wird für spontane Besucherinnen und Besucher freigehalten. Gerade an Freitagen und Samstagen sind die großen Zelte jedoch häufig so überfüllt, dass es Einlassstopps gibt und nur noch eine Tischreservierung hilft. Die aber ist schwer zu bekommen. Besonders Abendreservierungen werden häufig gar nicht mehr öffentlich ausgeschrieben, sondern an Stammgäste vergeben.
Für Münchner und Münchnerinnen gibt es Sonderkontingente. Ein kleiner Teil der Plätze darf zudem spontan 24 Stunden vorher vergeben werden. Jedes Festzelt hat eigene Reservierungsmöglichkeiten. Auch für kleinere Zelte sollte man bereits im März bei den offiziellen Seiten der jeweiligen Wiesn-Wirte Ausschau halten (ein Tipp fürs nächste Jahr). Eine Übersicht und eine Wiederverkaufsbörse gibt es hier . Vorsichtig sollte man bei anderen Angeboten und Fake-Portalen sein. Der Verbraucherschutz warnt hier regelmäßig vor Abzocke.
In der Regel wird für eine Tischreservierung im Voraus ein Mindestverzehr bezahlt. Das ist etwa der Wert von einem halben Hendl und zwei Maß Bier, also um die 50 Euro pro Person. Die meisten Wiesn-Tische sind für acht bis zehn Personen ausgelegt. Für einen Tisch zahlt man dann zum Beispiel 500 Euro und bekommt dafür Wertmarken für Essen und Getränke. Die Preise variieren jedoch je nach Zelt.
Was ist verboten?
Die vielen Besucher und Besucherinnen müssen sich auf der Wiesn an zahlreiche Regeln halten. Es ist ratsam, nur das Nötigste bei sich zu führen. Unter anderem sind auf dem Gelände folgende Dinge verboten:
Fahrräder, Roller und Skateboards
Tiere (lediglich Assistenzhunde sind erlaubt)
an Samstagen und Feiertagen sind Kinderwagen ganztägig und unter der Woche ab 18 Uhr nicht zugelassen
große Rucksäcke und Taschen (maximale Größe: 3 Liter oder 20 cm x 15 cm x 10 cm)
Hieb- und Stichwaffen, Pfefferspray, Glasflaschen
Zudem ist es seit Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes in Bayern im August 2010 strengstens verboten, in Zelten zu rauchen. Das gilt auch für E-Zigaretten. Überall auf dem Gelände gibt es ausgewiesene Raucherbereiche. Manche Wirte bieten zudem Raucherbalkone oder spezielle Raucherbereiche an, damit die Gäste das Zelt nicht verlassen müssen. Der Konsum von Cannabis ist auf der Theresienwiese trotz der bundesweiten Legalisierung verboten.
Als besonders beliebtes Diebesgut gelten die Oktoberfest-Maßkrüge. Allein 2025 wurden 116.000 Fälle dokumentiert, in denen Besucher und Besucherinnen versuchten, eine Maß zu stehlen. Das kann laut dem offiziellen Bußgeldkatalog allerdings teuer werden. Es ist die Rede von 360 Tagessätzen oder – im Falle eines Mehrfachtäters – einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. In den meisten Fällen wird das Verfahren jedoch wegen Geringfügigkeit eingestellt.
Was bleibt von der Wiesn?
Wiesn-Riesenrad in der Dunkelheit
Foto: Wolfgang Maria Weber / IMAGOMenschen, Müll – und mehrere Millionen Euro. Am Ende bleibt das Oktoberfest für die Stadt München eine große Einnahmequelle. Den Wirtschaftswert des Festes schätzt der Veranstalter im Jahr 2026 auf 1,59 Milliarden Euro. (Wer alles daran mitverdient, lesen Sie hier .) Kein Wunder, dass die Vergabepraxis, welche Wirte den Zuschlag für die besonders lukrativen großen Zelte bekommen, umstritten ist . Erwartet werden in diesem Jahr um die 6,7 Millionen Besucherinnen und Besucher. Unter ihnen auch prominente Gäste aus Politik und Boulevard, die das Mass(en)event zum Schaulaufen nutzen.
Die vielen Besucher hinterlassen allerdings auch Spuren. 2024 wurden laut der Stadt München während des Oktoberfests rund 72 Tonnen Müll auf der Theresienwiese zusammengekehrt und von dort abtransportiert. Aber auch Forschung wurde auf der Theresienwiese schon betrieben: So fanden Forscher anhand von Oktoberfestbesuchern 2017 heraus, dass der Alkoholkonsum das Auftreten von Herzrhythmusstörungen signifikant beeinflusst.
Für Anwohner können die Horden an Betrunkenen jedes Jahr zur Belastung werden. Einige Anwohner schützen inzwischen ihr Grundstück mit Zäunen vor Körperflüssigkeiten und Müll. Beliebt ist das Fest bei den Münchnern und Münchnerinnen dennoch. Rund 41 Prozent aller Besucher und Besucherinnen kommen aus der Stadt selbst, 25 Prozent aus dem Umland.
Auch international bleibt die Wiesn sehr beliebt. Die meisten Menschen, die aus dem Ausland anreisen, kommen aus den USA, aus Italien und Großbritannien. Und wer nicht kommt, veranstaltet gern daheim sein eigenes »Oktoberfest«: Mehr als 2000 solcher Feste werden laut Angaben der Stadt München inzwischen weltweit veranstaltet. Von Australien über Brasilien bis China.



