SpOn 09.03.2026
20:47 Uhr

Öl-Preisschock: Kroatien und Ungarn kündigen Spritpreisdeckel an


1,55 Euro pro Liter Diesel? Das soll an kroatischen Tankstellen ab Dienstag gelten. Auch der ungarische Premier und Wahlkämpfer Viktor Orbán kündigte einen Preisdeckel an und fordert von der EU ein Ende der Sanktionen gegen russisches Öl.

Öl-Preisschock: Kroatien und Ungarn kündigen Spritpreisdeckel an

Kroatien und Ungarn reagieren auf hohe Benzinpreise: Sie führen als erste EU-Länder einen Preisdeckel an. Der kroatische Premierminister Andrej Plenković kündigte an, ab Dienstag solle ein Liter Diesel maximal 1,55 Euro kosten, Benzin dürfe 1,50 Euro pro Liter kosten.

Auch der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán teilte in einem Facebook-Video mit, ab Dienstag solle ein Preisdeckel gelten. Orbán kündigte auch an, dass die Regierung staatliche Reserven freigeben werde. Der ungarische Premier befindet sich derzeit im Wahlkampf, die Umfragen sprechen gegen ihn.

Er forderte zudem von der EU, die Sanktionen gegen russisches Öl und Gas auszusetzen. Diesen Vorschlag habe er in einem Brief an die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgebracht, sagte er. Der eskalierende Streit zwischen Ungarn und der benachbarten Ukraine über unterbrochene Öllieferungen sei zudem zu einer »ernsthaften Bedrohung« für die EU geworden.

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Orbán setzt zunehmend auf einen antiukrainischen Wahlkampf . Kürzlich nahmen ungarische Behörden sieben Begleiter eines ukrainischen Geldtransports fest und beschlagnahmten 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro sowie 9 Kilo Gold.

Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil sagte, man könne die Transparenzpflichten für Mineralölkonzerne erhöhen. So soll Preistreiberei einfacher nachgewiesen werden können. Der SPD-Politiker warb zudem dafür, dass der Spritpreis nur einmal am Tag erhöht werden dürfe. Dies könne sehr schnell ohne langwierigen Gesetzgebungsprozess umgesetzt werden, sagte Klingbeil. »Wir sehen, dass eine Preistreiberei stattfindet, dass die aktuelle geopolitische Situation ausgenutzt wird, um die eigenen Gewinne nach oben zu schrauben.«

Der Ölpreis schnellt zeitweise auf fast 120 Dollar, die Börsen rutschen ins Minus: In Woche zwei des Irankriegs spitzt sich die weltwirtschaftliche Lage zu. Was der neue Ölpreisschock für die Welt bedeutet – und für Sie – lesen Sie hier .

jml/AFP/dpa